Der letzte Blogtext hat sich mit Erinnerungen beschäftigt, jetzt geht es um das Merken, insbesondere um das, was Sie sich merken müssen, aber nicht unbedingt wollen. Klingt ziemlich paradox, oder? Ist aber Alltag und ich bin mir sicher, dass Sie das auch kennen: „Ich muss mir was merken, interessiert mich aber nicht!“

Was meinen Sie, wie Ihr Gedächtnis vorgeht, wenn Sie etwas lernen oder sich merken wollen, was Sie gar nicht interessiert? „Ich muss mir das da merken, interessiert mich aber überhaupt nicht!“ Das haben Sie doch bestimmt auch schon mal gedacht oder gesagt. Das ist so, als ob Sie 1.000 Meter schwimmen wollen, ohne dazu ins Wasser zu gehen.

Eine Trockenübung sozusagen. Ihr Gedächtnis hingegen braucht die Emotion, um etwas in seiner Bedeutung einschätzen zu können. Ebenso sucht es übrigens immer nach Sinn und Bedeutung. Ohne irgendein Interesse kann das also kaum klappen.

Ein anderer Aspekt ist die Wichtigkeit. Das Interesse kann, naja, mäßig sein, aber Sie wissen, es ist einfach wichtig für Ihre nächste Aufgabe oder das nächste Projekt!

Ist es wichtig für Sie?

Interesse ist das eine, aber wie wichtig ist der Inhalt für Sie? Brauchen Sie das, was Sie lernen oder sich merken wollen, für Ihre Arbeit?

  • Etwa Produktinformationen mit allen Einzelheiten, die Sie für Ihre Kunden parat haben wollen?
  • Verschiedene Geschäftsstrategien oder Modelle, die Sie zur Diskussion stellen wollen, ohne ständig auf einen Zettel zu schauen oder gar eine PowerPoint Folie ablesen?
  • Die Inhalte für eine Prüfung, die Sie beruflich weiterbringt?
  • Sind es Vokabeln oder gar Grammatik, ohne die Sie sich nicht verständlich ausdrücken können?
  • Die Zuordnung von Kollegen, mit denen Sie seltener zu tun haben, zu verschiedenen Abteilungen oder Projekten?

Wenn Sie sich selbst klar machen, wie wichtig es für Sie ist, fällt es Ihnen leichter, sich diese Inhalte zu merken. Stellen Sie sich dazu eine Skala von 0 bis 10 vor.

Dabei steht die 0 für „Ist mir egal.“ und die 10 für „Will ich unbedingt wissen oder können!“. Mit dieser Einordnung können Sie sich leichter motivieren oder umgekehrt auch feststellen, dass sich für Sie im Moment der Aufwand nicht lohnt. Seien Sie lieber ehrlich zu sich selbst, als sich über Ihr angeblich schlechtes Gedächtnis zu ärgern.

Interesse können Sie entwickeln, Schritt für Schritt!

Die Fähigkeit, Ausdauer und Interesse zu entwickeln, ist enorm hilfreich. Oft ist es doch so, dass man sich um ungeliebte Aufgaben drückt, sie schiebt und schiebt. Der Energieaufwand des drumherum mogeln ist oft höher, als wenn Sie diese Aufgabe schon längst erledigt hätten. Trotzdem passiert es immer wieder. Oder sind Sie frei davon?

Die drei Phasen zum Handeln

  1. Erst einmal wägen Sie ab. Will ich oder nicht? Die Argumente gehen mal in die eine Richtung, dann in die andere. Diese Phase dauert unter Umständen recht lange.
  2. Wenn Sie sich dazu entschliessen, eine Aufgabe anzugehen, ist der Wille aktiv und Sie handeln tatsächlich.
  3. Bewertung – wie fühlen Sie sich, wenn Sie diese Aufgabe – oder die Lernsession – tatsächlich gemeistert haben?

Wie gehen Sie jetzt am besten vor?

Den ersten Schritt tun

Je länger Sie mit sich hadern und zwischen ‚soll ich oder soll ich nicht‘ und ‚ich will nicht, aber ich muss‘ hin und herpendeln, verbrauchen Sie sowohl emotionale als auch mentale Energie. Wie gehen Sie mit dem inneren Widerstand um? Am besten, indem Sie sich einen konkreten Zeitpunkt setzen und einfach anfangen.

Dieses Anfangen von etwas, was Ihnen schwerfällt, können Sie üben. Tun Sie jeden Tag eine Kleinigkeit aus dem Pool: „Womit ich mich schwertue.“ Am besten setzen Sie sich dazu noch eine punktgenaue Zeit, wann Sie anfangen und wann Sie damit wieder aufhören. Also zum Beispiel um 10.30 Uhr bis 10.40 Uhr. Für manche Aufgaben brauchen Sie sicherlich mehr als ein paar Minuten, aber es geht ja hier um das Einüben von Routinen. Später können Sie diesen festen Beginn für Lernsessions, Sport oder die Steuererklärung nutzen.

So umgehen Sie Ausweichhandlungen, dass Sie doch noch schnell Blumen giessen, eine Mail schreiben oder irgendetwas anderes tun müssten.

„Eat the Frog“ – aktiv sein und locker gute Gewohnheiten etablieren

Das Tolle ist, wenn Sie sich jeden Tag um die gleiche Zeit so eine kleine Sache vornehmen, ist das der Beginn einer Gewohnheit. Das ist so wie „Eat the Frog“ womit gemeint ist, jeden Tag mit einer Aufgabe zu beginnen, mit der man sich etwas schwer tut. Diese Energie und das gute Gefühl, die dabei freigesetzt werden, können Sie gleich für die nächsten Aufgaben nutzen.

Methode eat the frog

Feste Zeitpunkte sparen Energie, weil Sie nicht vorher mit sich hadern oder sich immer wieder neue Ausreden einfallen lassen müssen, um eben erst 5 Minuten später anzufangen. Ganz ehrlich, die durch Ausreden gewonnenen Minuten können Sie doch so richtig nicht geniessen, oder?

Rückblick und Bewertung

Wenn Sie diese ungeliebte Aufgabe angepackt haben und fertig sind – wie geht es Ihnen jetzt? Wie ist Ihre Stimmung? Von Erleichterung bis hinzu „Endlich habe ich das geschafft, was ich schon (längst) tun wollte!“

Mit diesem guten Gefühl werden in Ihrem Gehirn Botenstoffe, die Endorphine, ausgeschüttet. Ganz nebenbei stärkt es Ihre Selbstwirksamkeit (Link). Das heisst, dass Sie das Vertrauen zu sich selbst haben, mit ähnlichen Situationen besser klarzukommen. Mit jeder neuen Aufgabe, die Sie zum Beispiel auf diese Art und Weise angehen, wird Ihre Selbstwirksamkeit weiter gestärkt. Das hilft Ihnen auch dann, wenn mal etwas gar nicht klappt und Sie mit einem Misserfolg zurechtkommen müssen.

Ohne Emotion passiert (fast) nix!

Was Sie rein objektiv wahrnehmen, bleibt weniger gut im Gedächtnis. Das Gehirn ist immer subjektiv. Auch wenn Sie meinen, ganz objektiv zu sein. Nur die Fakten sehen zu wollen. Wenn es um eine Entscheidung geht, kommen immer die Emotionen ins Spiel. Genau die bewerten das, was Sie erleben und geben ihm eine Bedeutung.

Das kennen Sie aus Ihrem Alltag. Sie sollten sich die Inhalte aus dem Meeting von heute Vormittag merken. Wollten Sie auch . Aber Ihre Gedanken sind noch beim letzten Telefonat mit einem Kunden. Das lief nicht so gut und Sie verfallen ins Grübeln, woran das gelegen hat. Das beschäftigt Sie, weil es verständlicherweise eine andere Bedeutung für Sie hat.

Was dabei in Ihrem Gehirn abläuft

Direkt hinter Ihrer Stirn befindet sich der präfrontale Cortex. Stellen Sie sich diesen Bereich als Ihren persönlichen Vorstandsvorsitzenden vor. Für ihn oder sie ist es wichtig, einen Überblick zu haben. Stellen Sie sich mal vor, dass jeder Mitarbeiter mit jeder Kleinigkeit zum Vorstandsvorsitzenden kommt und eine Einschätzung haben will. Mit so vielen einzelnen Informationen ist er schnell überlastet.

Deswegen hat Ihr Vorstandsvorsitzender einen persönlichen Assistenten. Im Gehirn ist das der Gyrus cingulatus. Dieser Assistent filtert die Informationen aus und lässt nur das durch, was für den Vorstand richtig wichtig ist. Doch das ist noch nicht alles! Er organisiert ausserdem er die notwendigen Telefon- und Videokonferenzen mit anderen Gehirnteilen. Das ist fast ständig der Fall.

Es gibt eine Anwesende bei allen Konferenzen, das ist die Amygdala. Hier werden alle eintreffenden Eindrücke auf Gefahren überprüft. Sie ist weiter zuständig, um entsprechende Gefühle und ihre Intensität auszulösen. Noch wissen die anderen Gehirnteile nicht, wie die Amygdala eine Information oder ein Erlebnis bewertet. Deswegen heftet die Amygdala Klebezettel an die Ereignisse, die ein Gefühl auslösen. Ob es positive Gefühle sind oder negative. Klebezettel gibt es hier in einer großen Menge und in unterschiedlichen Größen. Wir kennen sie im Alltag als Post-it.

Auch das Gehirn macht sich Notizen

Wenn also ein Ereignis oder eine Information mit einer Emotion verbunden ist, erhält sie sofort einen Klebezettel. Diese damit verbundene Information wird von den anderen Gehirnregionen bevorzugt und intensiver verarbeitet.

Hinzu kommt noch Ihre Aufmerksamkeit: Je aufmerksamer Sie für ein Thema oder eine Situation sind, desto intensiver verknüpft Ihr Gehirn all die damit verbundenen Bilder, Gedanken und Fakten. Bei der Fülle der ständig eintreffenden Informationen bleiben neutrale Informationen logischerweise oft auf der Strecke. Sie schieben das auf Ihr schlechtes Gedächtnis!

Was können Sie tun? Es ist ganz einfach, aber sicherlich ungewohnt. Sie wollen oder sollen sich etwas merken, was für Sie uninteressant ist: Machen Sie es interessanter!

  • Verbinden Sie es mit Details, die für Sie ungewöhnlich und interessant sind.
  • Hauchen Sie den neutralen Fakten Leben ein, indem Sie Beispiele dazu suchen.
  • Oder sprechen Sie mit denen, für die das Thema spannend ist. Wie ist ihr Zugang?
  • Was sehen die, was Sie nicht sehen? Oder noch nicht sehen?

Aus einem anderen Blickwinkel betrachten

Beispiele?

Ganz unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema Wasser finden Sie hier: http://blogs.esa.int/alexander-gerst/de/2018/08/31/wide-world-of-water/

Ein neuer Blick auf Daten, die unser Leben zunehmend beeinflussen finden Sie hier: https://zkm.de/de/ausstellung/2017/10/open-codes

Zugegeben, diese veränderte Sichtweise fällt nicht vom Himmel. Ein bisschen Nachdenken oder „Hirnen“ ist schon notwendig. Mit dem Fazit, dass Klebezettelchen an Ihre Gedanken angeheftet werden!

Schauen Sie nicht auf die Details!

Warum denn das nicht? Gerade die Details und die Fakten sind es ja, die Sie sich merken wollen. Drehen Sie den Spiess um! Unser Gehirn merkt sich zuerst einmal das Wesentliche, die Gesamtsituation. Wann waren Sie das letzte Mal auf einem Vortrag? Woran erinnern Sie sich – an Details oder zuerst einmal an den Raum, die Gesamtsituation. Vielleicht auch kleine Details: Sie kamen gerade noch pünktlich an, weil Sie natürlich mal wieder in einem Stau gestanden sind.

Von dem großen Erinnerungsbild fallen Ihnen nach und nach immer mehr Einzelheiten ein. Die Haltung des Redners, seine Pointen und das, was Sie nachdenklich gestimmt hat. Die Pointen können Sie wortgetreu nicht wiedergeben, aber das, was Sie noch beschäftigt hat. Und einige Details, klar!

Den Blick für das Wesentliche schärfen

Das Blick auf das Wesentliche ist die Voraussetzung, um Details zu erinnern. Das Wesentliche können Sie in einem Kerngedanken oder einer Kernbotschaft zusammenfassen. Stellen Sie sich vor, dass Sie am nächsten Morgen Ihren Kollegen erzählen, was Sie an dem Vortrag begeistert hat. Das, was Sie erzählen, sind die Kerngedanken. Das, was nach einem Tag oder nach einer Woche noch da ist.

So arbeitet unser Gehirn nun mal. Also verschaffen Sie sich erst einmal einen Überblick, schälen Sie den Kern heraus, bevor Sie sich mit (zu vielen!) Details verausgaben.

Diese 5 Fragen können Sie dabei begleiten:

  • Was ist die Kernaussagen und was ist wirklich wichtig?
  • Warum ist diese Neuausrichtung oder Veränderung notwendig?
  • Was hat das mit mir und meiner Arbeit zu tun?
  • Welche Folgen oder Konsequenzen ergeben sich bei der Anwendung?
  • Wie verändert sich meine Sichtweise darauf?

Dranbleiben!

Die Aufmerksamkeit ist wie eine Diva. Mal ist sie schnell weg – in Vorträgen oder in einer Vorlesung im Schnitt nach 10 Minuten, ein anderes Mal ist sie so präsent, dass Sie gar nicht merken, wie die Zeit verfliegt.

Dazu mehr im nächsten Beitrag!

Hier steht das Gedächtnis im Mittelpunkt!

Eine Miniserie über und um das Gedächtnis, damit sie es besser kennenlernen und verstehen werden!

  1. Es beginnt mit den Erinnerungen und welche Gedächtnistechniken für welches Ziel sinnvoll sind.
  2. Weiter geht es mit dem, was man sich ‚merken muss‘, aber uninteressant ist und wie Anfangs-Hindernisse leichter überwunden werden können.
  3. Was Emotionen mit dem Gedächtnis zu tun haben ist ein Thema und damit kommt die Motivation ins Spiel
  4. Was auf gar keinen Fall fehlen darf, ist die Konzentration. Sie ist die Voraussetzung für fast alles, wenn es um neue Inhalte, Lernen und Merken geht.

Freuen Sie sich auf ein Tipps, Anregungen und spannende Erkenntnisse rund um Ihr Gehirn und Gedächtnis!

Ein gutes Gedächtnis ist klasse – ist es auch realistisch?

Sie können sich an alles mögliche erinnern. Was Sie letzte Woche gelesen haben, der Name des Schauspielers, der in dem Film mitgespielt hat, den Sie vorletzte Woche gesehen haben. Ausserdem wissen Sie natürlich, was im letzten Meeting angesprochen wurde und wer jetzt für was zuständig ist. Ach ja, Einkaufszettel sind ja sowieso passé und die Französischvokabeln aus dem letzten Sprachkurs können Sie fast aus dem Ärmel schütteln.

Ihr Gedächtnis ist ja so wie eine Festplatte. Alles drauf, eine passende Suchfunktion und es wird auf dem Silbertablett präsentiert. Wirklich? Also, mein Gedächtnis funktioniert nicht so und ich vermute ganz stark, dass Ihres auch nicht so wie gerade beschrieben arbeitet.

Aber viele Menschen hätten das gerne so. Weil es auf der Festplatte Ihres Computers oder dem Chip Ihres Smartphones doch auch klappt. Es ist oft ernüchternd festzustellen, dass unser Gedächtnis ganz viele Lücken und Unzulänglichkeiten hat. Trotzdem kommen wir (meistens) gut damit klar.

Wenn Sie mehr darüber wissen, wie die Prinzipien unseres Gedächtnisses sind, können Sie sogar mit dem, was nicht perfekt ist, besser klarkommen.

Unser Gedächtnis ist keine Festplatte

Es ist verständlich, dass Sie Daten, Fakten und Erlebnisse gerne sicher abgespeichert haben wollen. Eben wie auf einer Festplatte. Aber im Gedächtnis ist nichts fest verankert. Bitte nicht erschrecken, das ist einfach so. Erinnern Sie sich an Ihren letzten Urlaub oder Ihre letzte Geburtstagsfeier (oder die Ihrer Kinder). Da wird keine Schublade geöffnet, in der die kleinen Erinnerungsschnipsel in Form von Videosequenzen drin liegen. Die, die Sie jetzt gerade vor Ihrem inneren Auge gesehen haben. Ihr Gedächtnis sucht Fragmente zusammen, die mit dieser Erinnerung zusammenhängen. Es rekonstruiert daraus so rasant einen inneren Film, dass Sie gar nicht merken, was da alles an Prozessen dahintersteckt.

Unser Gedächtnis ist subjektiv, emotional und einseitig

Ihre Erinnerung an Ereignisse ist immer mit den damit erlebten Emotionen verknüpft. Das hilft Ihrem Gedächtnis auch, ein Erlebnis nach der Bedeutung einzuordnen. Wenn Sie zum Beispiel auf einem Seminar waren und dort die Erklärung für ein Problem erlebt haben. So ein richtiges „Ach so ist das! Jetzt kapiere ich, was da schief gelaufen ist!“ dann wird das entsprechend intensiv und tief abgespeichert. Dieses AHA-Erlebnis hat für Sie eine ganz besondere Bedeutung. Unter Umständen können Sie sich noch Jahre danach genau daran erinnern.

Unser Gedächtnis ist flexibel, spontan und sehr lückenhaft

Wenn Sie auf einem Vortrag oder einer Tagung waren, können Sie sich an bestimmte Inhalte ganz gut, an andere weniger gut erinnern. Die Erwartung ist natürlich da, dass Sie sich ziemlich genau erinnern können. Aber mal ganz ehrlich, was bleibt wirklich übrig?

Eine amerikanische Psychologin, Elisabeth Loftus, die darüber forscht, an was wir uns erinnern, wollte es ganz genau wissen. Dazu nutze Sie eine Konferenz der Cambridge Psychological Society, Teilnehmer waren Psychologen. Die wissen von Berufs wegen viel über Lern- und Gedächtnisprozesse. Die Inhalte der Konferenz wurden aufgezeichnet, so dass ein genauer Vergleich möglich war. Zwei Wochen nach der Konferenz wurden die Teilnehmer aufgefordert, zu notieren, an welche Inhalte sie sich noch erinnerten.

Was meinen Sie, wie hoch war die Erinnerungsrate?

  • 23%
  • 8%
  • 31%

Dazu sollten Sie noch wissen, dass eine gewisse Vergessensrate ganz normal ist. Übrigens, die Teilnehmer der Konferenz befassen sich mit diesem Thema! Und die Erinnerungsrate – es waren gerade mal acht Prozent! Das ist der Schnitt aller Teilnehmer. Aber das ist noch nicht alles. Von diesen acht Prozent, die erinnert wurden, waren die Hälfte falsche oder fehlerhafte Erinnerungen. Manches wurde zum Beispiel mit einer anderen Konferenz verbunden. Oder eben verwechselt.

Elisabeth Loftus erzählt in ihrem TED-Auftritt, was viele Menschen glauben dass unser Gedächtnis wie ein Aufnahmegerät funktioniert. Beim Abruf sucht das Gedächtnis genau die Stelle und spielt sie ab. Aber unsere Erinnerungen ähneln eher einer Wikipedia-Seite. Man ruft sie auf und kann etwas hinzufügen oder verändern. „Andere allerdings auch“, so Elisabeth Loftus.

Was können Gedächtnistechniken leisten

Es gibt viele Merk- und Gedächtnistechniken, die die Arbeitsweise unseres Gehirns optimal unterstützen.

Als erstes gilt: unser Gedächtnis bevorzugt Bilder, Beispiele und eigene Erlebnisse.

Wenn Sie sich jetzt ganz viele Fakten merken wollen, ist der spontane Einwand bestimmt dahingehend, dass Bilder für Zahlen gar nicht funktionieren. Oder doch? Schauen Sie doch mal auf diese Statistik. Zahlen und Ihre Verhältnisse lassen sich so doch viel leichter merken, oder?

Infografik: Podcasts werden am liebsten abends gehört | Statista

Quelle: https://de.statista.com/infografik/15276/beliebteste-tageszeit-fue-podcasts/

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Ähnlichkeiten sind hilfreich „Klingt so ähnlich wie..“, „Das habe ich in einem anderen Zusammenhang doch schon mal gehört“.

Oder die Anknüpfung an Vorwissen. „Was fällt mir spontan zu Thema X ein?“ Ihr Gedächtnis begibt sich auf die Suche und wird Ihnen nach ein oder zwei Minuten etwas präsentieren. Diese Zeitspanne – oft ist es viel kürzer – lohnt sich! Probieren Sie es aus: Was fällt Ihnen spontan zur letzen Fussballweltmeisterschaft ein? Ob Sie sich nun für Fußball interessieren oder auch nicht – Ihr Gehirn wird Ihnen eine Fülle an Bildern und Anknüpfungspunkten liefern. Zusammen mit eigenem Erleben während der Spiele.

Es ist viel leichter für das Gedächtnis, neue Inhalte mit auch nur wenig Vorwissen zu verknüpfen als etwas ganz neu zu lernen. Oder die klassischen Eselsbrücken, die Sie irgendwann bestimmt schon genutzt haben. Zum Beispiel, um sich Namen zu merken. Es erfordert ein wenig Überlegung, sich einen Namen tatsächlich zu merken. Genau dieser Aufwand des darüber-Nachdenkens wird von Ihrem Gedächtnis so gewertet, dass es Ihnen wohl wichtig ist. Das, worauf Sie Energie verwenden, gelangt eher im Langzeitgedächtnis. Und schon können Sie sich leichter daran erinnern.

Memotechniken als Alleskönner?

Das kennen Sie schon alles? Und Sie nutzen es auch? Prima, dann gibt es ja noch die klassischen Gedächtnistechniken, die Memo- oder Loci-Techniken. Neu sind diese Techniken nicht, sie wurden vor über 2.000 Jahren erfunden. In einer Zeit, als es weder Festplatten geschweige denn Bücher gab, musste man sich mehr auf das eigene Gedächtnis verlassen können. Grundlage ist eine Verortungstechnik. So können Sie Ihren Körper, Zimmer Ihrer Wohnung verorten oder ganze (Gedächtnis-) Paläste einrichten. Das, was Sie sich merken wollen, ordnen Sie den einzelnen Körperregionen (zum Beispiel Fuss, Knie und Hüfte) zu oder einer einmal festgelegten Reihenfolge im Raum. Das klappt super, denn eine Verortung – wo liegt was – ist eine enorme Unterstützung für unser Gedächtnis.

Loci-Technik
Ein geeigneter Raum für eine Verortungstechnik

Doch als erstes gilt es, die Prinzipien dieser Technik zu erlernen, um diese bei Bedarf anzuwenden. Etwa dann, wenn Sie sich bestimmte Fakten merken wollen, ganz egal, ob das Zahlen oder Begriffe sind. Bevorzugt dann, wenn es um einzelne Begriffe zu einem bestimmten Thema geht. Das können Artikelnummern sein. Oder die Paragrafen von Gesetzen. All die Knochen eines Handgelenks, falls Sie das genau wissen wollen.

Was oft vergessen wird, ist die Tatsache, dass Sie sich natürlich erst einmal mit dieser Technik vertraut machen sollten. Sonst funktioniert das nicht.

TIPP

Damit Sie diese Technik schnell und eloquent anwenden können, sammeln Sie im Alltag erste Erfahrungen. Entweder mit einer Einkaufsliste oder einer To-Do Liste oder mit den 5 Stichworten zu einem Thema.

Memotechniken unter der Lupe: Ergebnisse einer Studie

Sie haben bestimmt schon einmal Gedächtniskünstler erlebt, vielleicht in einer TV-Sendung, die sich unglaublich viel merken konnten. Etwa 200 Namen innerhalb von wenigen Minuten oder eine lange Reihe von Zahlen. Um das zu bewerkstelligen, trainieren die Gedächtnisprofis Ihre Merkfähigkeit intensiv – jeden Tag! Es ist also kein Glück, Zufall oder eine besondere Begabung, die dahintersteckt, sondern ausdauerndes Training. Übrigens wirkt sich dieses positiv auf die Alltagstauglichkeit des Gedächtnisses – falls Sie das selbst testen wollen!

Ob diese Memotechniken tatsächlich eine Wirkung auf das Gedächtnis haben, wurde 2017 am Münchner Max-Planck Institut und der Radbound Universität in Nijmegen untersucht. Dazu wurden 23 Gedächtnisprofis eingeladen. Ihre Gehirnaktivität wurde beim Merken von Wortlisten exakt vermessen.

Zum Vergleich waren 51 Probanden eingeladen, die keine Kenntnis von Memotechniken hatten und deren Gehirnaktivität ebenso untersucht wurde.

Dann begann der Test, es galt, sich 72 Wörter zu merken. Nicht nur einmal und schon gar nicht immer die gleichen Wörter, sondern 6 Wochen lang immer wieder neu. Die Probanden trainierten dazu mit der Loci-Technik. Im Anfang – noch neu mit der Technik – kamen die Gedächtnisnovizen gerade mal auf 20 Wörter. Nach 6 Wochen waren es bereits 60 Wörter!

Eine dritte Gruppe versuchte sich ebenfalls, Wörter zu merken, ganz ohne Technik. Hier veränderte sich rein gar nichts.

Bei der Trainingsgruppe waren deutliche Veränderungen in der Gehirnaktivität nachweisbar. Es war viel mehr los! Die Vernetzung zwischen den Gehirnarealen war wesentlich stärker! Sowohl visuell, als auch räumlich und was die Bedeutung (der Wörter) betraf.


Aktivität bedeutet mehr Vernetzung im Gehirn!

Dieser Trainingseffekt war sogar noch 4 Monate danach wirksam. Da wendeten die Teilnehmer die Technik gar nicht mehr an, aber das Gedächtnis war immer noch vernetzter aktiv. Mit einer guten Vernetzung haben Sie eine bessere Erinnerungsfähigkeit. Muskeln sind dann stark, wenn sie genutzt und beansprucht werden.

Aktivität wird belohnt!

Es lohnt sich also tatsächlich, etwas für das Gedächtnis zu tun. Dazu können Sie mit den Techniken arbeiten oder Ihr Gedächtnis bewusst immer wieder beanspruchen und fordern. Mit einer solchen Gedächtnistechnik fällt es viel leichter, sich PIN-Nummern oder Passwörter zu merken!

Die wesentliche Grundlage ist eine bewusste intensivere Vernetzung im Gehirn.

Wussten Sie, dass es einen Einfluss auf Ihre Merkfähigkeit hat, wenn Sie gelernte oder gemerkte Inhalte auf Ihrem Computer oder Smartphone abspeichern? Die Merkfähigkeit lässt nach, weil Sie ja wissen, dass es gespeichert ist. Wenn Ihnen allerdings gesagt wird, dass die Inhalte demnächst gelöscht werden, können Sie sich besser erinnern!

Je besser Sie die Arbeitsweise Ihres Gehirns verstehen, desto gezielter können Sie es nutzen. Im Seminar erfahren Sie, wie Sie die Arbeitsweise Ihres Gedächtnisses unterstützen und Ihr Gedächtnis stärken können. Mit Tipps, Tools und der passenden Einstellung kommen Sie leichter voran!

So können Sie Hindernisse, die für viele alltäglich sind, leichter überwinden. Etwa, wenn es darum geht, überhaupt mit einer uninteressanten (Merk-)Aufgabe oder Lernsession zu beginnen. Oder um konzentriert dranzubleiben.

Mehr dazu im nächsten Blogartikel!

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Heute geht es um Bürowelten und Agilität. Es geht um die analoge Welt und die digitale Welt. Und dass Möbel doch viel mehr mit dem, wie wir die Welt sehen und in ihr agieren können, zu tun haben, als spontan gedacht. Es geht darum, wozu der Mensch imstande ist, wenn er die Möglichkeit dazu hat. Möbel sind ein Element dazu.

Vitra Haus
Vitra Haus in Weil am Rhein

Ich war mal wieder mit IMPULSE auf Tour. Das Thema: „Leadership in Design und Konzept – die Entwicklung ganzheitlicher Arbeitswelten“. Die Tour führte zu Vitra in Weil am Rhein. Vitra baut Möbel und Läden und sogar Rutschen. Und Bürowelten in einem agilen Arbeitsumfeld. Vitra will Möbel bauen, die es bisher noch nicht gab, so kommt es, dass viele Produkte von Vitra in Museen stehen. Mehr zu Vitra

Der Blick nach draussen in eine Welt, die sich permanent verändert, verändert auch den Blick nach innen.

Inspirierend waren die Ausführungen von Rudolf Pütz von der Geschäftsführung und von Raphael Gielgen, dem Trendscout von Vitra. Dabei wurde ein großer Bogen gespannt, den ich so gar nicht erwartet hatte. Vor allem ging es immer wieder um neue Sichtweisen, vom Blick über den Gartenzaun. Von dem, was unser alltägliches Denken bestimmt und beeinflusst hinein in andere Denkwelten.

Denn in einer digitalen Welt kommen wir mit dem bisherigen ‚analogen‘ Verhalten nicht weiter. Es geht also darum, mit altem Verhalten zu brechen und immer wieder neue Sichtweisen zu erkunden. Ist das überhaupt möglich, wenn wir uns weiterhin in Räumen bewegen, die die alte Welt und das damit verbundene Denken repräsentieren? Eine interessante Frage. Jeder kennt bestimmt so eine Lebenssituation, wo sich etwas verändert hat und das unbedingt auch in der Raumgestaltung sichtbar gemacht werden muss. Ob es eine neue Wandfarbe ist, ein Möbelstück oder eine neue Anordnung.

Agile Bürowelten bei Vitra
Der flexibel einsetzbare Stool_Tool

Neu gestaltete Bürowelten ermöglichen andere Sichtweisen

Es stellt sich die Frage, was können ganz neu gestaltete Räume für das Denken bewirken? Welche neue Sichtweisen sind durch andere Blickwinkel möglich? Eine Frage, die bei Vitra gestellt wird, ist die, wie die Talente der Mitarbeiter entwickelt werden können. Wie kann sich das Besondere, was einen Mitarbeiter ausmacht, entwickeln? Welche Voraussetzungen sind dazu nötig?

Vom Mensch-ärger-dich-nicht zur X-Box

Der Trendscout von Vitra, Raphael Gielgen, brachte es auf den Punkt: ‚Wir leben mit alten Werten in einer neuen Welt.‘ Die alte Welt ist wie ein Mensch-ärgere-Dich-nicht Spiel. Es gibt einfache Regeln, viele Wiederholungen und Konkurrenzdenken. Wenn ich den anderen rauskicke, komme ich vielleicht als Erster ins Ziel.

Die neue Welt ist wie eine X-Box. Wir lernen jeden Tag etwas dazu und komme so auf ein neues Level. Wenn Sie nicht weiterkommen, fragen Sie jemanden, der sich schon auskennt oder eine Idee hat und so kommen Sie gemeinsam weiter. Es gibt keine Ende des Spiels, es geht immer weiter.

Die analoge trifft auf die digitale Welt

Im Unternehmen treffen die alte analoge und die neue, digitale Welt täglich aufeinander. Das spiegelt sich im Mobiliar, in der Technik und dem Stand der Digitalisierung wieder. Es ist das Denken in Prozessen, wie es schon immer war. Daneben wächst das neue Denken, das von Neugier und Offenheit geprägt ist und auf Vernetzung gebaut ist. Schon Charles Eames sagte in Bezug auf seine Designentwicklung: „Alles beginnt mit engen menschlichen Beziehungen. Da ist ein Freund, der sich mit etwas befasst. Er braucht etwas und man wird involviert.“ Das war 1957 und ist heute aktueller denn je.

Mehr dazu lesen Sie hier in einem Interview mit Raphael Gielgen.

Immer wieder um diese Gegensätze!

In unserem Leben bewegen wir uns zwischen den Polen von Bequemlichkeit und Erlebnisfaktor. Die Frage ist die nach der Dosis – wie viel von dem einen, wieviel von dem anderen brauchen wir jeweils? Oder wann ist welche Dosierung hilfreich und sinnvoll?

Die Bequemlichkeit ist nicht negativ zu sehen, denn sie steht für Sicherheit, für Vertrautes und Beständigkeit. In einem Unternehmen sind beide genauso wichtig wie die Offenheit für Neues, die Bereitschaft, Gewohntes zu hinterfragen und die Komfortzone zu verlassen. Gerade Gewohnheiten machen mehr als die Hälfte unseres Denkens aus, das macht schon Sinn, weil es Energiesparend ist. Sich nur mit Neuem auseinanderzusetzen, geht auf Dauer auch nicht. Es ist die Frage nach der passenden Dosierung.

Anders herum kann die Bequemlichkeit sogar als Basis für das Erlebnis dienen. Kreuzfahrten sind ein Beispiel dafür. Maximale Bequemlichkeit mit etwas Erlebnis gepaart. Andere möchten mehr Erlebnis, probieren sich aus, suchen zum Beispiel den Extremsport, um beim Klettern oder Snowboarden den Kick zu erleben.

Agile Bürowelten bei Vitra
Voraussetzungen zum Austausch schaffen

Je komplexer die Welt ist, desto mehr Bedeutung bekommt das Erleben. Die damit verbundene Emotion bleibt in Erinnerung und das ist es, was wir gerne weitererzählen und damit auch selbst wiederum stärker im Gedächtnis verankern.

Die Neugier ist der Schlüssel, um über das Gewohnte hinauszublicken. Die richtige Dosis ist sicherlich noch ein Faktor, der individuell und von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich ist. Manche vertragen mehr davon, andere kommen schon mit kleinen Dosierungen an ihre Grenze. Doch je häufiger Sie es probieren, desto offener werden Menschen und damit auch die Unternehmen, in denen sie arbeiten.

Wann haben Sie sich das letzte Mal inspirieren lassen?

  • Den Blick nach draussen über den eigenen Gartenzaun gerichtet und mit Erstauen gesehen, was dort möglich ist?
  • Sich mit anderen darüber ausgetauscht?

Mehr zu Rapahel Gielgen im Interview über Trendforschung bei Vitra.

Der Raum verbindet die Gegensätze

Räume in Unternehmen orientieren sich zunehmend an öffentlichen Räumen. Sie schaffen Platz für Begegnung und Austausch. New Work bietet offene Räume für das Teilen von Erfahrungen, für das gemeinsame Entwickeln von Ideen. Das setzt Wohlfühlen voraus. Statt funktionalen und nüchternen Räumen wohnliche Umgebungen. Dazu gehören gerade in einer digitalen Welt die Farben und die Wahl der Materialien, die Haptik.

Beispiele, wie die Verbindung der Gegensätze aussehen kann, finden Sie hier in dieser Bildergalerie, die die Zentrale von Airbnb zeigt.

All das zusammen erzeugen sie ein Gefühl der Erdung, im besten Fall eine Identifizierung, ein Dazugehören. Dazu fiel mir wieder die Kernaussage von Gerald Hüther, einem bekannten Hirnforscher, ein: laut Hüther sind unsere Grundbedürfnisse die nach Zugehörigkeit, nach Verbundenheit und nach Sinn in dem, was wir tun.

Übertragen könnte das hier so zu verstehen sein:

  • Zugehörigkeit – zu den Werten und der Kultur eines Unternehmens
  • Verbundenheit – mit den Menschen und der Umgebung
  • Sinn – es lohnt sich, Energie einzusetzen

Wie sieht Ihr Raum aus, in dem Sie arbeiten? Oder anders herum:

In welchem Raum möchten Sie sich in Zukunft aufhalten?

Schreiben sie mir Ihren Kommentar!

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Dies ist der zweite Teil meiner Eindrücke vom Kongress Mentales Stärken in Heidelberg. Hier ist eine persönliche Zusammenfassung der Vorträge von Eckart von Hirschhausen und von Hans-Dieter Hermann, als Sportpsychologe besonders aus dem Fussball bekannt. Doch der Reihe nach:

„Humor hilft heilen“

Ein kurzweiliger und nachhaltiger Vortrag war der von Eckart von Hirschhausen mit „Humor hilft heilen“.

Ich vermute, dass ihn fast jeder kennt, ob von der Bühne, seinen Büchern oder aus dem TV. Er sagt von sich selbst, dass er auf so ziemlich alles Kanälen präsent ist. Also auf fast allen. Sein Anliegen ist es, möglichst viele unterschiedliche Menschen zu erreichen. Denn das, was die meisten Menschen über Gesundheit wissen, ist schlichtweg viel zu wenig. Vor allem, was die seelische Gesundheit betrifft. Dem kann ich nur zustimmen!

Machen Sie einen Gesundheitscheck für die eigenen Einstellungen

Teilnehmer aus meinen Seminaren und Coachees haben mir oft bestätigt, dass der Weg zum Coach oder gar Therapeuten leider (!) noch oft belächelt oder gar schräg angesehen wird: „Du brauchst einen Psycho?“ Am besten wird das gar nicht kommuniziert, sonst hört man womöglich „Ja, bekommst Du das nicht alleine hin?“ Nein, alles kann man nicht alleine wissen oder können und schon gar nicht hinbekommen! Interessanterweise ist ein regelmäßiges Training im Fitnessstudio inzwischen für viele selbstverständlich. Das ist ja spannend. Wie steht es mit der Fitness oder dem Muskeltraining für die Seele? Wie ist es mit einem Gesundheitsscheck bezüglich der eigenen Einstellungen und Glaubenssätze? Frauen werden ja oft belächelt, weil sie sich um Gesundheitsthemen kümmern, ins Yoga gehen oder Achtsamkeitstraining machen. Sie haben eben schon längst die Wirksamkeit dieser Methoden erfahren.

Fitnesstraining für die Einstellungen

Selbstwirksamkeit stärken!

Denn, um wieder zum Vortrag von Eckart von Hirschhausen zurückzukommen, es geht um Wirksamkeit. Das kann ein Medikament sein, wenn ich überzeugt bin, dass es auch wirkt. Das kann aber auch ein gutes Gespräch mit dem Arzt oder einem Freund sein, auch das hat eine Wirkung. Ob es der Beruhigung oder der Zuversicht dient. Dazu passt folgende Geschichte, die die Besucher oder Leser des Programm von Hirschhausen sicherlich kennen: Das ist die Sache mit dem Anti-Monsterspray, ein tolles Beispiel für Selbstwirksamkeit, und das bereits bei Kindern! Manche Kinder haben in der Nacht Angst vor Monstern im Zimmer. Da hilft logischerweise das Anti-Monsterspray! Kinder können es selbst einsetzen, um es in dunkle Ecken oder unter das Bett zu sprühen. Das vertreibt die Monster mit Sicherheit! Das Spray beinhaltet Lavendelöl, was ja ganz nebenbei auch beruhigt. Das kann sogar Erwachsenen beim Einschlafen helfen. Auch wenn die Monster hier nicht unter dem Bett liegen, sondern im Kopf herumkreisen.

Stimmungen selbst regulieren und verändern

Die Quintessenz aus diesem Vortrag war für mich die Aussage von Hirschhausen, dass wir nicht gelernt haben, mit unseren Stimmungen umzugehen und diese zu regulieren. Weder in der Schule, das Fach „Entspannung“ oder „Wohin mit meinem Frust?“ oder „Wie werde ich den Stress bloß los?“ gab es nicht. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Es gibt Ausnahmen, so wurde vor 10 Jahren das Schulfach Glück in einer Heidelberger Schule initiiert. Daraus hat sich ein Institut entwickelt. Hier werden die Kenntnisse und Erfahrungen aus 10 jähren Praxis weitervermittelt. Denn viele aktuell ungelöste Probleme machen sich später bemerkbar, in Form von Übergewicht, Diabetes, Herz- und Kreislaufproblemen und Bewegungsunlust. Die Ursache liegt oft an einer ganz anderer Stelle.

Mit mentalem Training gelingt es leichter, die eigenen Stimmungen zu regulieren. So können Sie Ihre vorhandenen Fähigkeiten gut einsetzen, um in die jeweils gewünschte Richtung voranzukommen. Dabei werden Sie sich wesentlich besser fühlen als wenn Sie das Gefühl haben, Ihren Stimmungen ausgeliefert zu sein.

Endlich Älterwerden!

Ach ja, das neue Programm von Hirschhausen startet im Dezember und befasst sich mit dem Älterwerden. Es heisst „Endlich“, die Tourdaten finden Sie hier: http://www.hirschhausen.com. Er sprach mir übrigens aus der Seele, als er erzählte, dass er eine ganze Sammlung von positiven Altersvorbildern hat. In diesem Zusammenhang hat er sich übrigens von einer über 80jährigen Dame inspirieren lassen, tanzen zur lernen. Das macht gute Laune und er konnte sogar mit einem Hirnscan belegen, was sich in seinem Gehirn verändert hat. Ob mit oder ohne Nachweis, ich kann die positive Wirkung des Tanzens nur bestätigen!

Ein Bühnenprogramm kann ich zu diesem Thema nicht bieten, aber ein Seminar. Was Sie alles tun können, um gesund und neugierig älter zu werden, erfahren Sie in meinem Seminar „Lebenslanges Lernen„. Die Anregung, sich positive Altersvorbilder zu suchen und für sich ein Leitbild für die Zukunft zu entwerfen, gehört hier auch mit dazu!

Führungsstärke – Der Sport als Beispiel?

Das war der Vortragstitel von Hans-Dieter Hermann, Sportpsychologe mit dem Schwerpunkt Fussball, dem Mannschaftssport. Da lassen sich durchaus Parallelen zu Unternehmen ableiten. Zum Beispiel, ob Probleme diskutiert oder Herausforderungen kommuniziert und die Mitarbeiter dadurch inspiriert werden. Geht natürlich nur, wenn der Trainer oder die Führungskraft diese Inspiration in sich hat. Was mir während dieses Vortrags wieder einmal bewußt geworden ist: die Beziehungsebene zwischen Trainer und der Mannschaft stellt einen ganz wesentlichen Faktor für den Erfolg dar. Oder die zwischen Führungskraft und Mitarbeitern.

Vicente del Bosque

Der legendäre Trainer von Real Madrid, Vicente del Bosque, wurde in einem Interview gefragt, was er als Trainer macht, damit seine Mannschaft so erfolgreich ist. Er meinte nur, dass er viel mit den Spielern kommuniziert. Gedankenaustausch nannte er das. Und zwar zu 50% der Zeit, die er trainiert. Oder, fügte er hinzu, sogar noch darüber hinaus. Das Erfolgsgeheimnis ist die Nahbarkeit. Ein Gedankenaustausch findet nicht von oben nach unten statt, sondern auf Augenhöhe.

Vertrauen als Schlüssel

Auf das Berufsleben übertragen stellt sich die Frage, wie kommuniziert die Führungskraft mit dem Team? Wie läuft hier der Gedankenaustausch? Viele Mitarbeiter verlassen ein Unternehmen aus dem Grund, weil es an der Kommunikation mit den Führungskräften hapert. Gerade in einer VUCA-Welt, die komplex und unberechenbar ist und sich schnell verändert, ist Vertrauen der entscheidende Faktor. Wie soll dieses entstehen, wenn nicht durch Kommunikation? Vertrauen reduziert die Komplexität und gibt das Gefühl, die Herausforderungen meistern zu können. Diese Stimmung färbt wiederum auf die Zusammenarbeit im Team und damit auf die Ergebnisse ab. Es ist fast wie im Fußball!

Ob im Sport oder Unternehmen – was macht Sinn?

Führungsstärke im Beruf

Hans-Dieter Hermann sprach auch die Sinnfrage an. Wofür machen Sie das, was Sie tun? Wenn ein Sportler keinen Sinn mehr darin sieht, 100 Meter zu so schnell es geht zu rennen oder die Piste in einer halsbrecherischen Geschwindigkeit herunter zu brettern, wird er keinen Erfolg mehr haben können. Zumindest nicht im Spitzensport. Mitarbeiter erkennen schnell, ob eine Führungskraft Sinn in dem sieht, was sie tut. Die eigene Motivation ist die Inspiration für die Ziele, die wiederum ans Team vermittelt werden.

Falls sich für Sie mal die Gelegenheit ergibt, Hans-Dieter Hermann bei einem seiner Vorträge zu erleben, gehen Sie hin! Ein kurzes Interview mit ihm zum Thema „Erfolgreiche Teams“ finden Sie hier https://www.youtube.com/watch?v=AF2CDoIrH-U

Das waren einige meiner Eindrücke vom Kongress. Es gäbe noch viel mehr zu berichten, über Selbsthypnose, wie die Veränderung von Einstellungen gelingen kann und enorm hilfreich es sein kann, den Fokus immer wieder auf die Stärken zu legen. Ich nehme viele Inspirationen für mich mit, die wieder mit in meine Seminare und Coachings mit einfließen werden.

Wenn Sie interessiert sind, mit mir zu arbeiten, schreiben Sie mir eine Mail oder rufen Sie mich an. Das erste Gespräch von 20 Minuten ist kostenfrei – ich freue mich auf Sie!

Nach einem Misserfolg noch einmal neu beginnen?

Haben Sie heute schon einen Misserfolg erlebt? Oder waren Sie schon gestresst? Also, ich schon, da ich aus Versehen diesen Text – gerade fertiggestellt – gelöscht hatte. Ich dachte, so was passiert mir doch nicht! Haben Sie so etwas richtig Ungeschicktes schon erlebt? Für mich war das zwar ganz schön nervig, aber so etwas passiert einfach. Ironischerweise gerade bei solch einem Text, der sich mit dem Stresserleben befasst! Im Nachhinein kann ich meinem Missgeschick sogar etwas Positives abgewinnen. Doch meistens wird mit Stress etwas Negatives verbunden.

Wenn ich im Seminar auf das Thema Resilienz zu sprechen komme, ist die Assoziation zum negativen Stress schnell aktiviert. Stress wird als als etwas Nerviges und Belastendes wahrgenommen und dann gilt es, mit der aktuellen Situation erst einmal klarzukommen.

Negativer und positiver Stress – gibt’s das überhaupt?

Situationen, die Stress auslösen, können durchaus auch herausfordernd, spannend und aufregend sein. Ein bisschen Aufregung ist da, aber das wird sogar als angenehm und prickelnd empfunden. Bei akutem Stress werden Stresshormone ausgeschüttet, die es uns ermöglichen, konzentriert zu sein und schnell zu handeln. Im Sport ist das zum Beispiel ganz wichtig, etwas, wenn ein Mountainbiker den Berg hinunter rast oder wenn ein Läufer auf das Startsignal wartet.

Im beruflichen Alltag ist das Stresserleben viel subtiler geworden, die Reaktion des Körpers ist seit Jahrmillionen gleich geblieben. Ein Sportler kann die Stresshormone durch die Bewegung abbauen, am Schreibtisch ist das nur schwer möglich. Was einen Menschen heute in Stress versetzt, ist sowieso sehr individuell. Und es kann von Tag zu Tag anders sein, je nachdem, wie etwa die körperliche Verfassung ist. Der eine lebt auf, wenn es darum geht, im nächsten Meeting den Projektstand einer größeren Runde zu präsentieren. Ein anderer ist schon am Vormittag nervös und unruhig und froh, wenn es vorbei ist.

Für den einen bedeutet es Stress, wenn der Berg an unerledigten Aufgaben immer größer wird und die Herausforderung und zeitliche Belastung dadurch zunimmt. Genauso kann eine Unterforderung oder eine eintönige Arbeit auf Dauer ebenso Stress auslösen. Das kann sich in unkonzentriertem Arbeiten oder in der Stimmung bemerkbar machen.


Entscheidung treffen – wohin?

Entscheiden Sie unter Stress anders als sonst?

Akuter Stress wirkt mit auf das Gedächtnis, auf die Merkfähigkeit und auf die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Wenn Sie in Ruhe sind, können Sie das Für und Wider viel besser abwägen und in die Zukunft hineindenken. Wenn Sie unter Stress entscheiden müssen, ist diese Entscheidung weniger nachhaltig, dafür aber oft risikoreicher. Mir fallen da sofort die Börsianer ein, die tagtäglich und oft unter Zeitdruck weitreichende Entscheidungen treffen.

Was ist für uns, bzw. für das Gehirn der Unterschied? Wenn Sie ausgeglichen sind, können Sie sich gut konzentrieren, Wichtiges gegenüber Unwichtigem abwägen und sich das Wesentliche davon merken. Dazu brauchen Sie eine Kontrollinstanz, die befindet sich direkt hinter Ihrer Stirn. Das ist das Arbeitsgedächtnis und die damit verbundene Impulskontrolle. Das heißt, Sie können zum Beispiel eine Ablenkung leichter ignorieren und beiseiteschieben. Wenn Sie – Sie ahnen es bestimmt schon – gestresst sind, sind Sie leichter ablenkbar, die Konzentration leidet und damit auch die Merkfähigkeit und erst recht das komplexe Denken. Auch die Fähigkeit, schnell umzuschalten und flexibel auf eine Situation zu reagieren, ist davon beeinträchtigt.

Wenn Sie von Stresshormonen geflutet werden, ist Ihre Impulskontrolle schnell beeinträchtigt. Viellicht ist es Ihnen auch schon mal so ergangen (oder Sie haben es bei anderen beobachtet) , dass Sie überreagiert haben und sich im Nachhinein kopfschüttelnd gefragt haben, wie es dazu kommen konnte. Normalerweise verhalten Sie sich ganz anders!

Jeder reagiert anders – und das täglich und stündlich

Zurück zum Beispiel mit der Präsentation des aktuellen Projekts. Eigentlich keine große Sache. Doch plötzlich erinnern Sie sich an das Meeting letzter Woche, in dem Sie sich ziemlich verzettelt haben. Schon beim Gedanken daran wird Ihnen ein wenig mulmig. Dieses Mal soll es besser werden! Doch schon der Gedanke an diese eine Situation aktiviert eine entsprechende Ausschüttung von Stresshormonen. Sie bereiten sich gut vor, denken an alles und trotzdem sind Sie nervös. Wenn Sie jetzt in das Meeting gehen, kann zweierlei passieren:

  1. Das Adrenalin und Cortisol aktiviert Ihre Wachheit und Sie sind präsent und können sich – zumindest eine Zeitlang – super gut konzentrieren, haben alles im Blick, finden die richtigen Worte und Argumente. Sie rufen Ihre Leistung optimal ab. So kann es übrigens auch bei Bewerbungsgesprächen sein. Trotz Aufgeregtheit sind Sie voll konzentriert da.
  2. Wenn Ihr Stresshormoncocktail stark aktiviert ist, kann es anders herum passieren, dass Sie in dem Meeting angestrengt auf Ihre Notizen schauen, alles ablesen, um ganz sicher zu sein, sich bei Fragen doch verhaspeln und heilfroh sind, wenn Ihr Part vorbei ist. Was ist passiert? Ihre Impulskontrolle ist überfordert. Deswegen schaltet Ihr Gehirn auf das zurück, was Ihnen irgendwie Sicherheit gibt. Auf etwas, was sich bewährt hat (Folien oder Notizen ablesen), das braucht weniger Energie. Auch wenn der gewünschte Erfolg momentan ausbleibt und Sie im Gegenteil einen Misserfolg erleben, was die Präsentation betrifft.

Gewohnheiten sind stark – neues Verhalten ist fragil

Natürlich können Sie in einer solchen Situation auch was ganz Neues ausprobieren. Vielleicht denken Sie: ‚Gestern habe ich doch die 5 Tipps zum erfolgreichen Präsentieren gelesen, wann, wenn nicht jetzt ausprobieren?’ Doch diese Tipps haben Sie noch gar nicht erprobt, ergo brauchen Sie dazu viel mehr Aufmerksamkeit, die momentan für anderes reserviert ist – das, was Sie inhaltlich sagen wollen. Zwei Sachen gleichzeitig – das ist riskant, egal ob Sie Mann oder Frau sind. Neues erproben Sie am besten in aller Ruhe mit der entsprechenden Reflexion. Welche von den 5 Tipps sind in so einem Fall die richtigen für Sie? Und wie können Sie die optimal einsetzen, damit Sie persönlich unterstützt werden?


Volle Konzentration

Ausprobieren und Erfahrungen sammeln

Im Coaching können Sie neue Verhaltensweisen erproben und reflektieren. Sie erweitern Ihren Handlungshorizont, können Erfahrungen sammeln und Sicherheit gewinnen. Und dabei finden Sie heraus, was für Sie persönlich passt und stimmig ist. Ihr Gehirn ist nur durch Erfahrungen zu überzeugen, so einfach ist das und manchmal doch so knifflig!

Ein Sportler übt nie im Wettkampf – würden Sie es tun?

Ein Satz, der mich seit Jahren begleitet, ist dieser: „Ein Sportler übt nicht im Wettkampf.“

Was oft vergessen wird – im Seminar XY habe ich doch geübt, wie ich mich verhalte und eine neue Situation meistere. Dann klappt das doch auch in drei Wochen wieder, wenn ich das brauche, oder? Solange ein neues Verhalten im wahrsten Sinne des Wortes Neuland ist, ist es noch nicht automatisiert. Eine Gewohnheit hingegen ist es. Wenn Sie in Stress kommen, rutschen Sie schnell in gewohntes Verhalten zurück. Auch wenn es ein uraltes Verhalten ist, aber das funktioniert. Ein Sportler trainiert x-mal im Training, um bei Bedarf im Wettkampf sein Verhalten blitzschnell variieren und auf die Situation anpassen zu können. Wie können Sie das für Ihre Ziele umsetzen?

  • Welche Situationen wollen Sie in zukünftig besser meistern?
  • Wo wollen Sie es noch einmal versuchen – cleverer als beim ersten Mal?
  • Wo fehlen Ihnen noch Handlungsalternativen?

Als Sparringspartner kann ich Ihnen die Rückmeldung geben, die im Alltag oft fehlt. Hier können Sie Neues erproben, Sicherheit gewinnen und sich außerdem auf anspruchsvolle Situationen mental vorbereiten. Damit Sie Ihre Ziele erreichen, mit Aufregung, aber ohne Stress! Nutzen Sie das kostenfreie Erstgespräch.

Was mich bei der Resilienz so anspricht, ist, dass jeder für sich herausfinden kann, welche der sieben Faktoren ausreichend vorhanden sind und welche noch gestärkt oder überhaupt einmal beachten werden sollten. Wenn Sie etwa feststellen, dass Ihr Optimismus eher schwach ausgeprägt ist, dafür die Skepsis umso mehr, haben Sie die Möglichkeit, sich im Alltag immer mal wieder zu beobachten und zu entscheiden, ob und wie Sie Ihren Blickwinkel in eine Richtung verändern können, um die Welt etwas freundlicher oder optimistischer zu betrachten. Damit ist keinesfalls ein Zweckoptimismus gemeint! Sondern die alltägliche Betrachtungsweise – sehen Sie eher Chancen und Möglichkeiten, die eine Situation bietet oder sehen Sie nur das, was partout nicht geht? Richten Sie Ihren Fokus auf das, was Ihnen gelingt oder auf das, was schiefgeht? Fast jede Situation lässt sich unter unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. So wie es ja auch kein schlechtes Wetter, sondern die jeweils passende Kleidung für das Wetter gibt.

Resilienz können Sie lernen

Kürzlich erzählte mir ein Teilnehmer aus einem Unternehmen, dass er grundsätzlich nie Zeit hätte, eine Pause zu machen. So nebenbei erfuhr ich im Gespräch, dass er sich oft nicht mehr konzentrieren könne und dann zur Ablenkung – wie automatisch – sein Smartphone hervorholte und die Nachrichten durchging. Wie viele Minuten ginge das dann so? war meine Frage. ‚Hm, na mindestens 10 Minuten, manchmal auch länger.’ Danach kamen wir darüber ins Gespräch, wie Pausen denn zu definieren sind. ‚Wenn Sie etwas komplett Anderes beinhalten als das, was Sie sonst die ganze Zeit tun, ist es ja in Ordnung’, erwiderte ich. ‚Es ist ja doch eine Pause, wenn es denn hilft, sich wieder besser zu konzentrieren.’ Das war aber nicht immer der Fall, denn oft führten die Nachrichten wieder in eine ganz andere Richtung, so dass er mit den Gedanken dann auf einem, wie er es nannte, ‚ganz anderen Planeten landete’. Ich gab ihm dann die Anregung, dass der Impuls, nach dem Smartphone zu greifen, offenbar ein Signal war, dass es Zeit für eine Abwechslung ist. ‚Das’ meinte er, ‚ist ja ein ganz anderer Blickwinkel!’
Wie diese Abwechslung dann konkret aussehen könnte, vielleicht auch in Form einer kleinen Achtsamkeitsübung oder einem kurzen Austausch mit einem Kollegen, würde er im jeweiligen Moment entscheiden. Denn diesen Moment wollte er sich dann nehmen, um wahrzunehmen, was jetzt hilfreich ist.

Das beinhaltet aus der Resilienzsicht die Übernahme der Verantwortung für das eigene Tun, verbunden mit der Selbstwirksamkeit. Stellen Sie sich, wie mein Teilnehmer, die Frage: „Wie kann ich gut auf mich einwirken? Was tut mit im Moment gut?“ So kam er noch auf die Option, dass der Austausch mit dem Kollegen eine gute Abwechslung sein kann, im Sinne der Netzwerkstärkung. Auch dies ist ein Aspekt der Resilienz.

Gleichzeitig wird das lösungsorientiertes Denken aktiviert, denn mit der Frage „Was tut mir im Moment gut?“ entdecken Sie leichter mehr Blickwinkel als es das automatische Tun (in diesem Fall der Griff zum Smartphone) bieten kann.

5 Tipps für den Start in die Resilienzumsetzung

Fangen Sie am besten mit Kleinigkeiten an. Oder mit kleinen Momenten. Akzeptieren Sie, was im Augenblick möglich ist und was jetzt trotzdem weiterhilft.

  • Mini-Pausen im Alltag, in denen Sie kurz innehalten. Nutzen Sie dazu Signale, wie das Ende einer Besprechung oder den Gang zur Kaffeemaschine, Unterbrechungen, die sowieso stattfinden. Nutzen Sie kleine Momente, um dem Vogel zuhören, Farben wahrnehmen, oder um einige bewusste und zugleich entspannte Atemzüge zu genießen, ein ‚innerliches Lüften’.
  • Stärken Sie Ihren Ressourcenrucksack, tun Sie etwas, dass Ihnen so richtig gut tut. Und das am besten regelmäßig. Wandern, ins Kino gehen, ein Eis essen, für und mit Freunden kochen, ein Konzertbesuch… Etwas, worauf Sie sich freuen und an was Sie gerne erinnern.
  • Schauen Sie bewusst nach der zweiten Lösungsmöglichkeit oder nach Chancen, die sich bieten können.
  • Pflegen Sie Ihr unterstützendes Netzwerk, nehmen Sie sich Zeit für andere Menschen, die Ihnen wichtig sind.
  • Seien Sie freundlich, unterstützend und wertschätzend zu sich selbst!

Wenn Sie einen Sparringspartner für den Blick auf Ihre Resilienzfaktoren suchen, nutzen Sie mein Coachingangebot. Der erste Schritt ist ein unverbindliches Telefongespräch oder auch per Mail.

Wie viele Freunde haben Sie denn so? 653, das ist ja schon was oder sind es nur 278? Keine Bange, hier geht es nicht um die Anzahl Ihrer Freunde, wie sie bei Facebook, Twitter & Co gelistet sind, sondern um das „analoge“ Leben. Natürlich sind Sie mit vielen Freunden und Kollegen auch digital verbunden. Aber was tun Sie, wenn Sie Sorgen haben? Wenn Sie nur noch das Problem sehen, aber keinen blassen Schimmer haben, wie Sie den Konflikt mit dem Kollegen klären sollen? Wer ist dann für Sie da? Wem können Sie vorbehaltlos vertrauen, wer ist ehrlich zu Ihnen und wer nimmt sich die Zeit, Ihnen zuzuhören? Wer lässt sich auf Sie ein und versteht Sie mit all Ihren Gefühlen und Widersprüchlichkeiten, die nun mal einen Menschen ausmachen? Wem können und wollen Sie sich so zeigen?

Wozu brauchen Sie Netzwerke?

Menschen zu haben, die da sind und die Sie unterstützen und umgekehrt genauso, das ist ein starker Faktor in der Resilienz. Gemeinsam können wir mehr aushalten oder bewegen als wenn wir alleine sind. Und das macht Netzwerke auch aus.

Netzwerke gab es schon immer und wir alle haben eins, beginnend beim Partner/in, der Familie, den Freunden und Bekannten bis hin zu Nachbarn, Kollegen und Sportsfreunden. Dieses Netzwerk ist idealerweise von Freundschaft und Sympathie oder von Respekt und Wertschätzung geprägt.

Im beruflichen Umfeld sind es Kollegen, mit denen Sie sich besprechen oder mit denen Sie bestimmte Themen diskutieren können. Berufsverbände, online und offline sind ein Teil Ihres Netzwerks, aber auch Ärzte, Fitnesstrainer, Physiotherapeuten oder Frisöre. Berater und Coaches können ebenso dazugehören. Es sind Menschen, denen Sie sich in bestimmten Fragen anvertrauen, um Ihren eigenen Blickwinkel zu erweitern.

Unterstützung stärkt Sie nach innen

Wir Menschen sind Gemeinschaftswesen, jeder ist auf andere Menschen angewiesen. Es ist ein tiefes Bedürfnis, zu einer Gruppe oder Gemeinschaft dazuzugehören, nach Vertrauen, nach Aufgehoben-sein und Unterstützung.

Deswegen stärken Netzwerke die innere Stabilität. Von daher lohnt es sich, das eigene Netzwerk einmal etwas genauer zu betrachten. Oder wie wäre es, wenn Sie sich Ihr ideales Netzwerk ausmalen würden? Das gibt Ihnen schon mal Anhaltspunkte, was eventuell momentan in Ihrem Netzwerk zu kurz kommt.

Checken Sie Ihr Netzwerk

  • Welche Netzwerke haben Sie, privat und beruflich?
  • Was ist Ihnen bei Freundschaften besonders wichtig?
  • Wer hat Zeit für Sie und hört Ihnen vorbehaltlos zu?
  • Wem hören Sie vorbehaltlos zu, wo hören Sie weg?
  • Auf wen können Sie in Ihrem beruflichen Netzwerk zählen?

Idealerweise hat ein Netzwerk eine gute Balance zwischen Geben und Nehmen. Ist es Ihnen auch schon mal so ergangen, dass Sie einem Freund mehrmals beim Umzug geholfen haben und als Sie selbst Unterstützung brauchten, hatte dieser nie Zeit? Bei der nächsten Anfrage Ihres Umzugsfreundes finden Sie es dann auch gerechtfertigt, jetzt keine Zeit für ihn zu haben, oder? Fairness ist ein wichtiger Aspekt zwischen Menschen. Wenn Angehörige krank oder pflegebedürftig sind, ist die Balance natürlich schwerer auszugleichen. Dann ist es erst recht wichtig, sich an anderer Stelle Unterstützung oder Zuspruch zu holen, um sich selbst zu regenerieren.

Was wollen Sie verändern?

  • Welche Netzwerke oder Verbindungen tun Ihnen jetzt besonders gut?
  • Wo, in welchen Bereichen, brauchen Sie Unterstützung?
  • Was genau baut Sie im Umgang mit anderen Menschen auf?
  • Wer ist ehrlich zu Ihnen – und umgekehrt?
  • Zu wem hätten Sie gerne etwas mehr Abstand?

Ein weiterer Aspekt ist der zwischen Nähe und Distanz.

Manche Menschen brauchen etwas mehr Abstand und Ruhe für sich alleine. Andere wiederum fühlen sich in der Gemeinschaft am wohlsten und genießen die Nähe. Wie ist das bei Ihnen, erleben Sie diese Balance und wenn ja, können Sie das gut für sich ausgleichen?

Zum Abschluss möchte ich noch einmal auf das Wunschnetzwerk zurückkommen.

Angenommen, Sie möchten Ihr privates oder berufliches Netzwerk erweitern. Stellen Sie sich doch mal vor, was sich dadurch verändern würde. Oder woran würden Sie denn merken, dass Sie ein ideales Netzwerk haben. Was erleben die anderen Menschen in Ihrem Netzwerk? Es ist ja immer ein Geben und Nehmen, eine Inspiration geben und neue Ideen bekommen.

  • Wo möchten Sie demnächst etwas verändern?
  • Wer fehlt in Ihrem Netzwerk?
  • Wo möchten Sie neue Kontakte herstellen?
  • In welchen idealen Netzwerken anderer könnten Sie zu finden sein?

Auf ein gutes Netzwerken, offline und online!

Wenn Sie Ihr Netzwerk einmal genauer betrachten wollen, können Sie das mit einem Coaching verbinden. Interessiert? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine Mail.

Verantwortung für sich selbst übernehmen, klar, diesen Ausspruch kennt ja jeder. Aber was steckt genau dahinter? Sie wissen, Sie sollten etwas für Ihre Gesundheit tun, für regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und für ausreichend Schlaf sorgen. Aber irgendwie kommt immer was dazwischen.

Und schon sind wir wieder beim Kern der Sache, denn in dem Wort Verantwortung ist die Antwort bereits enthalten. In diesem Fall für das, was Sie in diesem Beispiel eben nicht tun. Der Resilienzfaktor Eigenverantwortung bedeutet, ein hohes Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln und das eigene Verhalten zu reflektieren. Ich sehe diesen Resilienzfaktor als Schnittstelle zwischen der Akzeptanz, das was sich nicht verändern lässt und dem, was doch möglich ist. Auch wenn es im ersten Moment danach aussieht, dass etwas machbar ist.

Stehen Sie für das ein, was Sie tun und was Sie denken!

Wie wäre es, auch dafür bewusst die Verantwortung zu übernehmen? Stehen Sie dafür ein, was Sie jetzt im Moment aktuell tun und beeinflussen können. Fehler einzusehen und einzugestehen, dass eine Entscheidung oder ein Verhalten unpassend oder schlichtweg falsch war, gehört zu dem Resilienzfaktor Eigenverantwortung dazu. Auch wenn es manchmal ganz schön schwierig sein kann.
Sonst kann es leicht passieren, dass Sie in die Opferrolle rutschen und die Schuld bei anderen suchen. In dem Fall vergeben Sie die Chance, selbst aktiv zu werden und eine Lösung zu finden. Ändern können Sie nur sich selbst, mit anderen Menschen klappt das nicht.

Sie können allerdings Ihre gedankliche Bewertung verändern. Wie Sie etwas sehen und ein-schätzen. Die Verantwortung reicht ja bis in die Gedankenwelt hinein. Diesen sind Sie nicht ausgeliefert, sondern Sie können Sie steuern und mehr und mehr in die gewünschte Richtung lenken. Die Übernahme der Eigenverantwortung fördert die Resilienz. Dadurch lernen Sie, Ihr Leben mehr als bisher aktiv zu gestalten.

Denkalternativen stärken die Resilienz und verringern das Stresserleben

Stellen Sie sich vor, eine Situation hat sich nicht so entwickelt, wie Sie sich das erhofft haben. Sie liegen nachts im Bett und kommen ins Grübeln. Sie grübeln sich immer mehr in eine gedankliche Sackgasse hinein, können kaum schlafen und sind am nächsten Tag gerädert und schlecht gelaunt.

Da kann es sehr hilfreich sein, sich den automatisch ablaufenden Bewertungen und Denkmustern bewusst zu werden. Statt „Das konnte ich sowieso noch nie!“ oder „Dafür ist es für mich zu spät!“ mal „Ich werde es ausprobieren!“ und „Wann, wenn nicht jetzt?“ Bauen Sie in einer ruhigen Minute Denkalternativen auf und lösen Sie so die gedanklichen Knoten. Wahrscheinlich werden Sie ein wenig Geduld brauchen, um jahrelange Gedankenmuster zu verändern. Für die Zukunft lohnt es sich auf jeden Fall! Sie können nur das verändern, was Ihnen bewusst ist.

Durch die Stärkung Ihrer Resilienz lernen Sie, mehr Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen anstatt in eine Opferrolle hineinzugelangen, um somit Herausforderungen zukünftig besser zu bewältigen.

Der Resilienzfaktor Eigenverantwortung beinhaltet

  • Sie machen sich Denkmuster und hinderliche Glaubenssätze bewusst
  • Sie lernen, Fehler als Entwicklungsmöglichkeiten zu betrachten
  • Sie übernehmen Verantwortung für Ihr eigenen Ressourcen

So können Sie mehr Verantwortung für Ihre Lebensplanung übernehmen. Misten Sie aus, was Sie nicht mehr benötigen, entlasten Sie Ihren Lebensrucksack. Das können materielle Dinge sein, aber auch Emotionen und Erlebnisse, die Sie schon lange mit sich herumtragen. Eigenverantwortung heißt, Sie sind aktiv und gestalten oder Sie bewegen etwas und schaffen sich so mehr Freiraum.

Neben der Eigenverantwortung gibt es noch weitere Faktoren, welche die Resilienz beeinflussen und stärken. Hierzu zählen u.a.:

  • der Optimismus
  • die Lösungsorientierung
  • die Akzeptanz
  • die Selbstwirksamkeit

Weitere Informationen zu dem Thema Resilienz und Eigenverantwortung erhalten Sie auch in dem Stressbewältigungsseminar oder im persönlichen Coaching.

Ein Coaching unterstützt Sie dabei, Denkmuster und Glaubenssätze sichtbar zu machen. Es öffnet neue Sichtweisen und Sie können sich ein Ressourcenpolster aufbauen. So haben Sie mehr Energie, um Ihren Lebensrucksack neu zu packen.

Interessiert? Kontaktieren Sie mich für ein kostenfreies Erstgespräch

Die Selbstwirksamkeit ist eine der stärksten Faktoren im Themenspektrum der Resilienz. Sie bezeichnet die tiefe Überzeugung, schwierige Situationen grundsätzlich meistern zu können. Vielleicht nicht sofort und auch nicht perfekt, aber schon mit dem Gefühl, es hinzubekommen.

Wie geht es Ihnen? Finden Sie sich da wieder? Ist Ihre Zuversicht, die Probleme des Alltags zu lösen, gut ausgeprägt? Können Sie auf Ihre Stärken und Fähigkeiten vertrauen und sehen Sie statt Problemen eher Herausforderungen? Wenn das so ist, dann haben Sie ein besseres Durchhaltevermögen, eine stärkere Resilienz und sind sogar weniger stressanfällig. Aber es geht bei dem Resilienzfaktor Selbstwirksamkeit nicht nur um die Reaktion auf das, was Sie erleben. Sie wissen auch, dass Sie etwas bewirken können, etwas anstoßen oder etwas in Gang bringen können.

Reflektieren Sie doch mal kurz einige Aspekte Ihrer Selbstwirksamkeit

  • Was haben Sie heute schon gut hinbekommen?
  • Welche Situation haben Sie gut gemeistert?
  • Bei welcher Gelegenheit haben Sie Ihre Stärken eingesetzt?

Das wahrzunehmen, setzt voraus, dass Ihnen Ihre eigenen Stärken bewusst sind. Sie wissen zum Beispiel, dass Sie gut verhandeln können. Ihnen ist auch bewusst, dass Sie noch einige Kniffe dazulernen könnten. Danach sind Sie in der Lage, neue Strategien auszuprobieren und werden damit Ihr Selbstvertrauen weiter stärken. Zu wissen, dass Sie etwas bewirken und bewegen können, etwas hinbekommen, setzt Energie frei und unterstützt Ihre Resilienz. Es ist natürlich auch eine Erweiterung der eigenen Komfortzone. Raus aus der Sicherheit dessen, was Ihnen bekannt und vertraut ist und mutig Neues wagen.

Wodurch Ihre Resilienz geschwächt wird

Grundlage für die Selbstwirksamkeit ist eine gute Eigen-Fürsorge. Zu wissen, was Ihnen gut tut und zu wissen, wo Ihre Grenzen sind. Wann brauchen Sie eine Pause oder eine längere Auszeit? Diese Selbstwahrnehmung trägt zur Verstärkung Ihrer Resilienz bei und wirkt sich positiv auf die Stressbewältigung aus. Wenn Sie im Stress sind, ist diese Eigen-Fürsorge wesentlich geringer und Sie haben keine gute Rückkoppelung für Ihre Bedürfnisse. Die Überzeugung der Selbstwirksamkeit wird schwächer.

Es kann auch sein, dass Sie zwar Ihre Stärken kennen, aber eher dazu neigen, Ihre Fähigkeiten tiefzustapeln. In der Folge trauen Sie sich nicht das zu, was Sie tatsächlich können. Und vielleicht führt das dazu, dass Sie unzufrieden mit sich selbst sind.

Es kann auch sein, dass Sie sich zu viel aufbürden, weil Sie es anderen recht machen wollen, oder es Ihnen schwer fällt, auch mal „Nein!“ zu sagen und in der Folge regelmäßig Ihre eigenen Grenzen überschreiten.

Es kann sein, dass Sie zu Perfektionismus neigen und dadurch einen hohen Anspruch an sich selbst haben. Es reicht nicht aus, gut zu sein, Sie wollen es immer noch etwas besser machen.

Diese Beispiele sind eher Hemmschuhe für Ihre Selbstwirksamkeit, und somit für Ihre Resilienz. Vielleicht haben Sie sich wiedererkannt.

So können Sie Ihre Selbstwirksamkeit stärken

Eine Veränderung ist auch hier möglich. Sie haben immer die Chance, hilfreich und unterstützend auf sich selbst einzuwirken. Sie können lernen, Ihre Stärken, Fähigkeiten und Kompetenzen wahrzunehmen und diese bei Bedarf weiter zu entwickeln.

Sie können ein besseres Gefühl für Ihre Energiereserven entwickeln und sich so viel früher abgrenzen. Und Sie können einen Deal mit Ihrem Perfektanspruch aushandeln und so entspannter durch den Alltag kommen. Dadurch unterstützen Sie nicht nur Ihre Resilienz, sondern lernen auch Stresssituationen zu meistern.

Was auch immer zu einer Stärkung Ihrer Selbstwirksamkeit beitragen kann, seien Sie sich darüber bewusst, dass Sie selbst in der Lage sind, etwas zu tun oder etwas zu verändern. Und manchmal ist es gut, sich dabei Unterstützung von außen zu holen, durch einen guten Freund oder Freundin, ein Coaching oder eine Beratung.

Neben der Selbstwirksamkeit gibt es noch weitere Faktoren, welche die Resilienz beeinflussen und eng mit ihr verbunden sind

  • der Optimismus
  • die Lösungsorientierung
  • die Akzeptanz
  • die Eigenverantwortung

Weitere Informationen zu dem Thema Resilienz und Selbstwirksamkeit erhalten Sie auch in dem Stressbewältigungsseminar oder im persönlichen Coaching.

Interessiert? Kontaktieren Sie mich für ein kostenfreies Erstgespräch!

In meinem vorherigen Blogbeitrag über Resilienz habe ich Ihnen bereits zwei bedeutende Resisilienzfaktoren vorgestellt. Die nächsten drei Resilienzfaktoren sind das Herzstück der Resilienz. Anzunehmen, was ist, wie es ist, das ist die Akzeptanz. Zu wissen, was Sie selbst bewirken und wo Sie Einfluss nehmen können, das ist die Selbstwirksamkeit. Die Eigenverantwortung rundet diese drei Faktoren ab, damit Sie mit zunehmend mehr Selbstkompetenz Ihr Leben gestalten können.
Diese und natürlich auch die anderen Resilienzfaktoren können Sie bewusst in Ihr Leben integrieren. Sie werden schnell merken, dass sie sich gegenseitig bedingen, denn Lösungen finden Sie leichter, wenn Sie hoffnungsvoll und optimistisch unterwegs sind.

Die passive Seite der Akzeptanz

Die Akzeptanz hat wie eine Medaille zwei Seiten. Wir können nicht alles bestimmen und beeinflussen, was wir erleben, was um uns herum geschieht. Dennoch ist es ein Teil unseres Lebens. Das Wetter, der Stau, die nächste Umstrukturierung, das sind Entscheidungen, die andere Menschen treffen und die Auswirkungen auf Ihr Leben haben. Sie können es annehmen und schauen, wie Sie damit am besten klarkommen. Beim Wetter gibt es ja diesen Spruch: „Es gibt keine schlechtes Wetter, nur die unpassende Kleidung.“ Dies ist die eher passive Seite der Akzeptanz.

Mehr Resilienz durch Akzeptanz

Die aktive Seite der Akzeptanz ist die, sich erst einmal selbst zu akzeptieren. Mit all den Stärken und natürlich auch Schwächen! Das heisst, die eigene Lebenssituation so zu sehen, wie sie im Moment ist. Ohne etwas zu beschönigen oder etwas negativer zu sehen, als es ist. Auch Misserfolge und Niederlagen sind ein Bestandteil des Lebens. Der bewusste Umgang mit den persönlichen Stärken und Schwächen stärkt Ihre Resilienz und hilft Ihnen dabei, neue Situationen besser zu bewältigen.
Sicherlich haben Sie auch schon mit der ein oder anderen Entscheidung in Ihrem Leben gehadert: „Hätte ich doch xy gemacht oder eben nicht!“ Wenn Sie so denken, richten Sie Ihre Energie rückwärts. Auf das, was sich eben nicht mehr verändern lässt. Sie können die Zeit nicht zurückdrehen, sondern nur heute und für die Zukunft etwas verändern. Denken Sie doch mal an Veränderungen in Ihrem Leben:

  • Welche Veränderungen sind Ihnen leicht gefallen?
  • Bei welchen Veränderungen haben Sie lange mit sich gehadert?
  • Was haben Sie rückblickend für sich gelernt? Wo sind Sie stärker geworden?
  • Was wollen Sie für zukünftige (absehbare) Veränderungen anders machen?

Unter diesem Blickwinkel bedeutet der Resilienzfaktor Akzeptanz, ehrlich (und freundlich) mit sich selbst zu sein und nach vorne zu blicken. Eine Situation akzeptieren heisst, erst jetzt wird der Blick frei für Chancen und Lösungen. Frei für das, was Sie stärken oder neu dazulernen können. Akzeptanz beinhaltet auch, die Unsicherheit anzunehmen, die zu einer Veränderung, zu einer neuen Lösung, dazugehört. Richten Sie Ihre Energie vorwärts, auf Ihre Stärken und Möglichkeiten und auf das Ziel hin, was Sie erreichen möchten! Und damit sind wir beim nächsten Resilienzfaktor, der Selbstwirksamkeit.

Diesen und weitere Resilienzfaktoren werde ich in den Folgebeiträgen vorstellen. Falls Sie mehr über Resilienz erfahren möchten, kontaktieren Sie mich für ein kostenfreies Erstgespräch.

Ebenso erhalten Sie in dem Anti-Stress-Seminar von mir mehr Informationen über das Thema Resilienz und wie Sie diese stärken können.