Letzte Woche beim Einkaufen hat es der Kassierer auf den Punkt gebracht: ‚Naja‘, meinte er. Es läuft alles, fast wie immer. Aber die Stimmung ist nicht so wie früher, sondern gedrückt.“ So ist es. Vielleicht haben Sie das auch an sich selbst beobachtet. Die Einkäufe werden schnell erledigt (mit Maske fühlt es sich zudem noch sehr ungewohnt an), jeder geht seine Wege. Später habe ich ganz bewusst jeweils beim Einkaufen auf die Stimmung im jeweiligen Laden geachtet. Eine Stimmung wie im Schwebezustand, verhalten, ruhig, aber auch mit dem Fokus auf Abstand. Erst langsam finden – ebenfalls mit Abstand – wieder vermehrt Gespräche statt, wenn man Bekannten auf der Straße begegnet.

‚Wenn das Wasser bis zum Hals steht: Nie den Kopf hängen lassen!‘

Dieser Satz ist ein Arbeitstitel von Bernhard Trenkle, für ein Symposium des Kongresses „Mentales Stärken“, der hoffentlich im November stattfinden kann. Mentale Stärke, hilfreiche Gedanken, das ist das, was jetzt dran ist. Es macht einen Riesenunterschied, ob es um Veränderungen geht, die Sie selbst wollen – wenn Sie ein Fest planen, einen anderen Job suchen oder eine neue Wohnung suchen. Oder ob es Veränderungen sind, die von aussen kommen. Um die Sie einfach nicht herumkommen. Aktuell ist der gesamte Globus von einem Virus betroffen, der noch nicht einmal mit blossem Auge sichtbar ist.

Worauf kommt es jetzt an? Auf ein Miteinander, gegenseitiges Verständnis, um gemeinsam neue Wege des Zusammenlebens und einen Umgang mit dieser Situation zu finden. Genau das ist notwendig, denn diese Situation wird uns noch eine ganze Weile begleiten. Von der Akut-Bewältigung begeben wir uns auf die Langstrecke. 

Ich brauche was Motivierendes!

In den ersten Wochen dieser Ausnahmesituation steckte ich selbst auch erstmal in einer gewissen Schockstarre mit einem emotionalen Auf und Ab. Kein so angenehmer Zustand, aber für die Verarbeitung dieser Ausnahmesituation ein ganz normaler Verarbeitungsprozess. Was hilft, ist innehalten und wahrnehmen, was ist. 

„Ich brauche was Motivierendes!“ Genau das habe ich in den darauffolgenden Wochen oft von Kunden gehört. „Wenn Menschen mit Nachrichten und sozialen Medien alleine sind, kommt Unsicherheit auf“, so Bodo Jansen von der Hotelkette Upstalboom. Die Stimmung geht schnell in den Keller. Das haben Sie bestimmt auch an sich selbst erlebt. Wir nehmen das Negative – also das potenziell Bedrohliche – etwa 4x stärker wahr als das, was positiv ist. Demzufolge brauchen wir tatsächlich etwas, was immer wieder neu motiviert, stärkt und die Gedanken erneuert. Das bestätigt auch Karsten Helbig von gauditours: ‚Ich schütte kein Benzin in die Angst, ich will keine Nachrichten hören, sondern ich suche nach Positivem!‘ Über beide werden Sie weiter unten noch mehr lesen.

Und eine Zukunftsperspektive!

Diese Pandemie wird die Gesellschaft verändern. Die Weichen dazu werden jetzt gestellt und jeder Einzelne, also Sie und ich, können die Richtung mit beeinflussen. Eine Veränderung beginnt immer im Kleinen, also bei uns selbst. Die Zeitschrift „IMPULSE“ hat dazu eine Reihe ins Leben gerufen, in der Unternehmer berichten, dass genau jetzt die Zeit ist, neue Zukunftsperspektiven zu wagen und sie umzusetzen. Auch wenn Sie selbst kein Unternehmer sind – es lohnt sich, über diese Perspektivwechsel zu lesen und sich von der Kreativität inspirieren zu lassen. 

Bei einigen dieser Online-Veranstaltungen war ich mit dabei und fasse Ihnen hier die wesentlichen Gedanken als Anregung zusammen. Den Interviewteil dieser Reihe können Sie als Podcast hören: www.Impulse.de/podcast.

Rettende Ideen

1. „Das hat eine Kraft, die ich selbst nicht erwartet habe.“ Claudia Bähr

Jeder erlebt diese Zeit anders. Viele Menschen sind verunsichert und erleben eine diffuse Angst. Wir verfügen über keine Vorerfahrungen und haben keine Strategien, was diese Pandemie betrifft. 

„Jeder“, sagte Claudia Bähr, Positionsexpertin und Chefin von cb-friends, „lässt den Kopf hängen.“ Es wird nur noch über dieses Virus berichtet. Das engt den Blick ein und blockiert das Denken. Selbstverständlich – Gesundheit ist so wichtig wie nie zuvor.

Aber ihr war klar: „Ich brauche was Motivierendes!“ Und so hat sie die 5-Tage-Motivation für ihr Team entwickelt. Ziel war, sich mit dem Team auszutauschen, die Ängste und Sorgen anzusprechen und zu verstehen. Im nächsten Schritt geht es darum, die Zukunft zu gestalten.

Diese 5-Tage-Motivation können Sie sich auf der Webseite von cb-friends als Anregung oder Anleitung herunterladen. 

  1. Tag – Chancen erkennen – verrücktes Denken zulassen
  2. Tag – Ängste ansehen und verstehen – was hindert, was blockiert?
  3. Tag – Verhalten verstehen „Warum ticke ich so, wie ich bin?“
  4. Tag – ein Bild von der Weihnachtsfeier 2020: „Was haben wir dazugelernt? Was haben wir neu entwickelt? Was habe ich dazu beigetragen?“
  5. Tag – Jeder im Team hat das für sich noch einmal zusammengefasst

In den 5 Tagen wurde ein gemeinsames Verständnis für alle erreicht. Jeder geht anders mit der Unsicherheit und der Unplanbarkeit um. Der eine wird aktiv, der eine blockt ab, der dritte friert ein. Es gibt jetzt vor allem eine ganz andere Ehrlichkeit untereinander, so Claudia Bähr. Ihr persönliches Learning daraus: „Das hat eine Kraft, die ich selbst nicht erwartet habe.“ Unter diesen Voraussetzung ist ein Neustart mit neuen Ideen möglich. 

Hier der Link zur Mutmach-Anleitung https://transformation.cb-friends.de/5-tage-corona-motivation/

2. Der eigenen Zuversicht Raum geben – Bodo Janssen

Als Hotelier hat Bodo Janssen, Chef der Upstalboom Hotels, innerhalb von 48 Stunden alle Hotels schliessen müssen. Von 100% Aktion runter auf 0% Nichtstun. Auch hier ist die Kommunikation mit den Mitarbeitern essentiell. Wie in vielen anderen Unternehmen auch läuft diese aktuell überwiegend als Video-Konferenz.

Das Besondere an Bodo Janssen ist seine Klarheit und sein Führungsstil. Diese gründet auf einem Kulturwandel des Unternehmens, der sich nach einer ernüchternden Kritik als Ergebnis einer Mitarbeiterbefragung vor 10 Jahren als dringend notwendig erwies. Daraufhin ging er regelmäßig ins Kloster zu Anselm Grün, um neue Sichtweisen zu erproben. Das Ergebnis ist ‚Der Upstalboom Weg‘, https://www.der-upstalsboom-weg.de/,der seitdem immer weiter entwickelt wird. Dabei spielen Erkenntnisse aus der positiven Psychologie eine wichtige Rolle.

Neu in diesem Jahr ist eine Ausbildung, die er speziell seinen Führungskräften anbietet: die zur Logotherapie. Sie gründet auf Viktor Frankl, einem österreichischer Neurologen und Psychiater. Ihn prägte der Satz „Ich kann frei entscheiden, wie ich die Situation sehe.“ Denn diese Entscheidung haben Sie immer. Viktor Frankl hat das mit der Frage verbunden, was im Moment sinnvoll erscheint. Wenn

Blickwinkel verändern

 Menschen einen Sinn in dem sehen, was sie tun, sind sie motiviert.

Auch Bodo Janssen ist überzeugt, dass es ist „Kraft der Gedanken ist, die uns befreit – oder auch nicht.“ Natürlich ist es ebenso wichtig, die Emotionen zu durchleben, die jetzt da sind. Doch Angst, sagt er, ist gierig. Stattdessen fragt er sich: ‚Worauf kommt es jetzt wirklich an? Was ist die sinnvollste Möglichkeit in dieser Situation? Was kann ich beeinflussen?‘ Hinzu kommt die Akzeptanz. Anzuerkennen, was im Augenblick ist. Loslassen, was war.

Wie es weitergeht, ist noch unklar. Doch er vertraut auf den Ideenreichtum seiner Mitarbeiter, wie die Maßgaben zu erfüllen sind, um die Gäste zu schützen und Ihnen Erholung zu ermöglichen. Wenn die Hotels und Ferienhäuser wieder öffnen dürfen.

Trotzdem, so Bodo Janssen, es ist ein Abenteuer, von dem wir nicht wissen, wie es enden wird. Dabei geht es um ‚Solidarität und Gemeinschaft, denn der Einzelne kann nur verlieren‘. Demut ist für ihn die Fähigkeit, anzuerkennen, dass wir von anderen abhängig sind.

3. Was die Menschen jetzt brauchen: Happiness! 

Auch bei Karsten Helbig von https://gauditours.de/ brachen die Aufträge innerhalb von wenigen Tagen komplett weg. Über Monate im Voraus. Das Telefon klingelte ständig, es kam eine Absage nach der anderen. Schnell hat er für sich erkannt, dass das aktuelle Konzept jetzt keine Zukunft mehr hat – also „muss ich was Neues machen!“ Wenn das, was man anbietet, jetzt nicht gefragt ist, sagt Karsten Helbig, muss man ehrlich sein… und umsteuern. Deswegen ging der zur Bank mit einem konkreten Plan, um in die Zukunft zu investieren. „Ich möchte was Neues machen. Einen Happiness-Park.“ Denn das ist das, was die Menschen jetzt brauchen: Mut und Zuversicht.

Um aus negativen Gedankenschleifen rauszukommen, empfiehlt er, regelmäßig rauszugehen und das wahrzunehmen, was gerade ist. Rein in die unmittelbare Gegenwart: einen Baum anschauen. Zu sehen, was alles blüht und wächst.

Das Wichtigste sind für ihn jetzt klare Gedanken, den Blick auf die Chancen richten, auf das Positive. „Machen Sie das“, sagt er, „was Sie schon immer tun wollten.“

4. In der veränderten Situation steckt soviel Potenzial!

So ähnlich ging es auch Gregor Demmer, Gründer des Reiseportals EURESAreisen. Das ist einer der größten Akteure im deutschen Kreuzfahrtvertrieb und wurde ebenfalls heftig ausgebremst. Und nun? ‚Wie‘, fragte sich Gregor Demmer, ‚bekommen wir es jetzt hin, für unsere Kunden da zu sein?‘

Nach einem Wochenende voller Grübeln ist er zusammen mit seinem Partner auf eine Lösung gekommen: ‚Jede Reise beginnt im Kopf! Das probieren wir jetzt virtuell. Dahin, wo die Reise jetzt hingehen könnte!‘ Die Idee wurde innerhalb weniger Tage geplant und schon auf einer Webseite umgesetzt. Der Kerngedanke ist der, dass die Reisenden eigene Sehnsuchtsziele mit Kommentar vorstellen können. Anhand der Reiserouten, die die Kunden gemacht hätten, entstand eine Fotoserie. Dazu wurden Kunden, die schon dort waren, eingeladen, ihre Fotos einzustellen: https://www.wegtraeumen.de/kennenlernen. Virtuelle Reisende können sich so mit anderen Reisenden austauschen oder sich einfach schon mal an den Urlaubsort hinträumen.

Sein Tipp: Jetzt ist es wichtig, in einen anderen Modus umzuschalten. Das Alte liegen lassen, akzeptieren, dass etwas vorbei ist. In der veränderten Situation steckt soviel Potenzial, es wird weiter gehen. Proaktiv und offen. Denn wenn das Alte nicht mehr funktioniert, muss man neu starten. Er empfiehlt, die Energie, die gerade in der Luft ist, zu nutzen!

Anerkennen, was war. Innehalten. Durchatmen und was Neues wagen!

Was diese Menschen eint, das ist eine transparente Kommunikation und der wertschätzende Umgang mit den Mitarbeitern. Das Anerkennen von Unsicherheit und Ängsten. Das ist im Umgang mit sich selbst genauso wichtig und notwendig wie im Gespräch mit anderen. 

Loslassen, durchatmen und weitermachen

Darauf folgt das ‚freundliche Umlenken‘ der Gedanken auf das, was jetzt möglich ist. Der Mut, in neue und möglicherweise schräge Blickwinkel auszutesten. Wie kann die Zukunft aussehen? Das Vertrauen zu haben, dass es eine Lösung gibt. Haben Sie Mut, etwas Neues und Unbekanntes auszuprobieren.

In diesen Gesprächen sind immer wieder die Resilienzfaktoren sichtbar geworden. Ob es die Zuversicht ist und das Denken in Hinblick auf eine Lösung. Oder die Akzeptanz dessen, was sich nicht verändern lässt. Der Blick in die Zukunft gehört ebenso zu den Resilienzfaktoren, verbunden mit dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – die Selbstwirksamkeit.

Was jetzt noch fehlt, ist die Verbundenheit und Unterstützung durch andere Menschen. Die Familie, Freunde, die Kollegen und viele andere Menschen, denen Sie begegnen. Es ist die passende Zeit, die eigenen Resilienzfaktoren nähe anzuschauen. Welche brauchen jetzt eine Stärkung?

Dann, wenn ich mal Zeit habe…

Letzte Woche hörte ich noch ein Interview mit Prof. Dr. Hartmut Rosa, Soziologe und Zeitforscher. Eine gute Abrundung dieses Artikels, denn vieles, was die Unternehmer für sich erkannt haben, hat er aus wiederum einem anderen Blickwinkel bestätigt.

Rosa sagt, mit Corona erleben wir die radikalste Entschleunigung seit 200 Jahren. Zumindest physisch. Vom ständigen unterwegs sein, gehetzt von einem Termin zum nächsten zum absoluten Stillstand. Mit einer Ausnahme: im digitalen Bereich geht es weiterhin immer schneller.

Was macht das Virus mit uns? Es löst Angst aus und was den meisten Menschen richtig schwer fällt, das ist der Umgang mit Kontrollverlust. Wir messen fast alles – ob es die Schritte sind, die Schlafqualität, die Anzahl der Kalorien und die Zeit, die wir mal wieder im Stau gestanden sind oder auf die Bahn gewartet haben. Deswegen schauen viele gebannt auf die Zahlen vom RKI.

Das alles vermittelt das Gefühl, „es“ im Griff zu haben. Doch mit dem Virus gibt es noch keinerlei Erfahrungen, ganz im Gegensatz zum Straßenverkehr (auch da sterben Menschen), aber wir sind überzeugt, das alles einschätzen zu können.

Das Fazit von Hartmut Rosa ist, dass er „nicht mehr so viele Dinge in die Zukunft verschieben will.“ Wir bewahren uns die schönen Dinge im Leben für irgendwann auf, meint er. ‚Das mache ich, wenn ich mal richtig Zeit habe!‘ sagen viele. Bestimmt haben Sie sich selbst auch schon solche Sätze sagen hören. Und das Verrückte ist, so Rosa, „dass die Dinge, die wir eigentlich tun wollten (wenn wir Zeit haben), vielleicht gar nicht die besten für uns sind“. Weil sie doch nicht erfüllend sind, Spass machen, sondern richtig langweilig oder öde sind.

Das komplette Interview finden Sie hier.

Alles wird gut

Viele Menschen fühlen sich im Hamsterrad gefangen. Immer schneller, mehr, weiter und höher. Dabei bleibt auf der Strecke, was ein gelingendes Leben tatsächlich ausmacht. Ist es die möglichst hohe Anzahl der Lebensjahre? Wenn diese aktuell besondere Zeit einen Sinn hat, dann vielleicht den, in der Entschleunigung Zeit zum Reflektieren zu haben. Illusionen zu erkennen. Sich neugierig auf die Suche nach dem machen, was einen Sinn ergibt. Das könnte spannend werden!

Was auch immer sich dabei an Ideen und Erkenntnissen entwickelt, bleiben Sie auf jeden Fall zuversichtlich. Denn es gibt ein ‚Danach‘ und Sie gestalten es mit.

Wie kann ich Sie in Ihrem Alltag dabei unterstützen, mutig Neues auszuprobieren?

Lassen Sie uns doch darüber sprechen. Rufen Sie mich unter (0721) 75 33 61 an oder senden Sie mir eine Mail!

Bleiben Sie gesund und mit anderen verbunden!

 

Was mich bei der Resilienz so anspricht, ist, dass jeder für sich herausfinden kann, welche der sieben Faktoren ausreichend vorhanden sind und welche noch gestärkt oder überhaupt einmal beachten werden sollten. Wenn Sie etwa feststellen, dass Ihr Optimismus eher schwach ausgeprägt ist, dafür die Skepsis umso mehr, haben Sie die Möglichkeit, sich im Alltag immer mal wieder zu beobachten und zu entscheiden, ob und wie Sie Ihren Blickwinkel in eine Richtung verändern können, um die Welt etwas freundlicher oder optimistischer zu betrachten. Damit ist keinesfalls ein Zweckoptimismus gemeint! Sondern die alltägliche Betrachtungsweise – sehen Sie eher Chancen und Möglichkeiten, die eine Situation bietet oder sehen Sie nur das, was partout nicht geht? Richten Sie Ihren Fokus auf das, was Ihnen gelingt oder auf das, was schiefgeht? Fast jede Situation lässt sich unter unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. So wie es ja auch kein schlechtes Wetter, sondern die jeweils passende Kleidung für das Wetter gibt.

Resilienz können Sie lernen

Kürzlich erzählte mir ein Teilnehmer aus einem Unternehmen, dass er grundsätzlich nie Zeit hätte, eine Pause zu machen. So nebenbei erfuhr ich im Gespräch, dass er sich oft nicht mehr konzentrieren könne und dann zur Ablenkung – wie automatisch – sein Smartphone hervorholte und die Nachrichten durchging. Wie viele Minuten ginge das dann so? war meine Frage. ‚Hm, na mindestens 10 Minuten, manchmal auch länger.’ Danach kamen wir darüber ins Gespräch, wie Pausen denn zu definieren sind. ‚Wenn Sie etwas komplett Anderes beinhalten als das, was Sie sonst die ganze Zeit tun, ist es ja in Ordnung’, erwiderte ich. ‚Es ist ja doch eine Pause, wenn es denn hilft, sich wieder besser zu konzentrieren.’ Das war aber nicht immer der Fall, denn oft führten die Nachrichten wieder in eine ganz andere Richtung, so dass er mit den Gedanken dann auf einem, wie er es nannte, ‚ganz anderen Planeten landete’. Ich gab ihm dann die Anregung, dass der Impuls, nach dem Smartphone zu greifen, offenbar ein Signal war, dass es Zeit für eine Abwechslung ist. ‚Das’ meinte er, ‚ist ja ein ganz anderer Blickwinkel!’
Wie diese Abwechslung dann konkret aussehen könnte, vielleicht auch in Form einer kleinen Achtsamkeitsübung oder einem kurzen Austausch mit einem Kollegen, würde er im jeweiligen Moment entscheiden. Denn diesen Moment wollte er sich dann nehmen, um wahrzunehmen, was jetzt hilfreich ist.

Das beinhaltet aus der Resilienzsicht die Übernahme der Verantwortung für das eigene Tun, verbunden mit der Selbstwirksamkeit. Stellen Sie sich, wie mein Teilnehmer, die Frage: „Wie kann ich gut auf mich einwirken? Was tut mit im Moment gut?“ So kam er noch auf die Option, dass der Austausch mit dem Kollegen eine gute Abwechslung sein kann, im Sinne der Netzwerkstärkung. Auch dies ist ein Aspekt der Resilienz.

Gleichzeitig wird das lösungsorientiertes Denken aktiviert, denn mit der Frage „Was tut mir im Moment gut?“ entdecken Sie leichter mehr Blickwinkel als es das automatische Tun (in diesem Fall der Griff zum Smartphone) bieten kann.

5 Tipps für den Start in die Resilienzumsetzung

Fangen Sie am besten mit Kleinigkeiten an. Oder mit kleinen Momenten. Akzeptieren Sie, was im Augenblick möglich ist und was jetzt trotzdem weiterhilft.

  • Mini-Pausen im Alltag, in denen Sie kurz innehalten. Nutzen Sie dazu Signale, wie das Ende einer Besprechung oder den Gang zur Kaffeemaschine, Unterbrechungen, die sowieso stattfinden. Nutzen Sie kleine Momente, um dem Vogel zuhören, Farben wahrnehmen, oder um einige bewusste und zugleich entspannte Atemzüge zu genießen, ein ‚innerliches Lüften’.
  • Stärken Sie Ihren Ressourcenrucksack, tun Sie etwas, dass Ihnen so richtig gut tut. Und das am besten regelmäßig. Wandern, ins Kino gehen, ein Eis essen, für und mit Freunden kochen, ein Konzertbesuch… Etwas, worauf Sie sich freuen und an was Sie gerne erinnern.
  • Schauen Sie bewusst nach der zweiten Lösungsmöglichkeit oder nach Chancen, die sich bieten können.
  • Pflegen Sie Ihr unterstützendes Netzwerk, nehmen Sie sich Zeit für andere Menschen, die Ihnen wichtig sind.
  • Seien Sie freundlich, unterstützend und wertschätzend zu sich selbst!

Wenn Sie einen Sparringspartner für den Blick auf Ihre Resilienzfaktoren suchen, nutzen Sie mein Coachingangebot. Der erste Schritt ist ein unverbindliches Telefongespräch oder auch per Mail.

Wie viele Freunde haben Sie denn so? 653, das ist ja schon was oder sind es nur 278? Keine Bange, hier geht es nicht um die Anzahl Ihrer Freunde, wie sie bei Facebook, Twitter & Co gelistet sind, sondern um das „analoge“ Leben. Natürlich sind Sie mit vielen Freunden und Kollegen auch digital verbunden. Aber was tun Sie, wenn Sie Sorgen haben? Wenn Sie nur noch das Problem sehen, aber keinen blassen Schimmer haben, wie Sie den Konflikt mit dem Kollegen klären sollen? Wer ist dann für Sie da? Wem können Sie vorbehaltlos vertrauen, wer ist ehrlich zu Ihnen und wer nimmt sich die Zeit, Ihnen zuzuhören? Wer lässt sich auf Sie ein und versteht Sie mit all Ihren Gefühlen und Widersprüchlichkeiten, die nun mal einen Menschen ausmachen? Wem können und wollen Sie sich so zeigen?

Wozu brauchen Sie Netzwerke?

Menschen zu haben, die da sind und die Sie unterstützen und umgekehrt genauso, das ist ein starker Faktor in der Resilienz. Gemeinsam können wir mehr aushalten oder bewegen als wenn wir alleine sind. Und das macht Netzwerke auch aus.

Netzwerke gab es schon immer und wir alle haben eins, beginnend beim Partner/in, der Familie, den Freunden und Bekannten bis hin zu Nachbarn, Kollegen und Sportsfreunden. Dieses Netzwerk ist idealerweise von Freundschaft und Sympathie oder von Respekt und Wertschätzung geprägt.

Im beruflichen Umfeld sind es Kollegen, mit denen Sie sich besprechen oder mit denen Sie bestimmte Themen diskutieren können. Berufsverbände, online und offline sind ein Teil Ihres Netzwerks, aber auch Ärzte, Fitnesstrainer, Physiotherapeuten oder Frisöre. Berater und Coaches können ebenso dazugehören. Es sind Menschen, denen Sie sich in bestimmten Fragen anvertrauen, um Ihren eigenen Blickwinkel zu erweitern.

Unterstützung stärkt Sie nach innen

Wir Menschen sind Gemeinschaftswesen, jeder ist auf andere Menschen angewiesen. Es ist ein tiefes Bedürfnis, zu einer Gruppe oder Gemeinschaft dazuzugehören, nach Vertrauen, nach Aufgehoben-sein und Unterstützung.

Deswegen stärken Netzwerke die innere Stabilität. Von daher lohnt es sich, das eigene Netzwerk einmal etwas genauer zu betrachten. Oder wie wäre es, wenn Sie sich Ihr ideales Netzwerk ausmalen würden? Das gibt Ihnen schon mal Anhaltspunkte, was eventuell momentan in Ihrem Netzwerk zu kurz kommt.

Checken Sie Ihr Netzwerk

  • Welche Netzwerke haben Sie, privat und beruflich?
  • Was ist Ihnen bei Freundschaften besonders wichtig?
  • Wer hat Zeit für Sie und hört Ihnen vorbehaltlos zu?
  • Wem hören Sie vorbehaltlos zu, wo hören Sie weg?
  • Auf wen können Sie in Ihrem beruflichen Netzwerk zählen?

Idealerweise hat ein Netzwerk eine gute Balance zwischen Geben und Nehmen. Ist es Ihnen auch schon mal so ergangen, dass Sie einem Freund mehrmals beim Umzug geholfen haben und als Sie selbst Unterstützung brauchten, hatte dieser nie Zeit? Bei der nächsten Anfrage Ihres Umzugsfreundes finden Sie es dann auch gerechtfertigt, jetzt keine Zeit für ihn zu haben, oder? Fairness ist ein wichtiger Aspekt zwischen Menschen. Wenn Angehörige krank oder pflegebedürftig sind, ist die Balance natürlich schwerer auszugleichen. Dann ist es erst recht wichtig, sich an anderer Stelle Unterstützung oder Zuspruch zu holen, um sich selbst zu regenerieren.

Was wollen Sie verändern?

  • Welche Netzwerke oder Verbindungen tun Ihnen jetzt besonders gut?
  • Wo, in welchen Bereichen, brauchen Sie Unterstützung?
  • Was genau baut Sie im Umgang mit anderen Menschen auf?
  • Wer ist ehrlich zu Ihnen – und umgekehrt?
  • Zu wem hätten Sie gerne etwas mehr Abstand?

Ein weiterer Aspekt ist der zwischen Nähe und Distanz.

Manche Menschen brauchen etwas mehr Abstand und Ruhe für sich alleine. Andere wiederum fühlen sich in der Gemeinschaft am wohlsten und genießen die Nähe. Wie ist das bei Ihnen, erleben Sie diese Balance und wenn ja, können Sie das gut für sich ausgleichen?

Zum Abschluss möchte ich noch einmal auf das Wunschnetzwerk zurückkommen.

Angenommen, Sie möchten Ihr privates oder berufliches Netzwerk erweitern. Stellen Sie sich doch mal vor, was sich dadurch verändern würde. Oder woran würden Sie denn merken, dass Sie ein ideales Netzwerk haben. Was erleben die anderen Menschen in Ihrem Netzwerk? Es ist ja immer ein Geben und Nehmen, eine Inspiration geben und neue Ideen bekommen.

  • Wo möchten Sie demnächst etwas verändern?
  • Wer fehlt in Ihrem Netzwerk?
  • Wo möchten Sie neue Kontakte herstellen?
  • In welchen idealen Netzwerken anderer könnten Sie zu finden sein?

Auf ein gutes Netzwerken, offline und online!

Wenn Sie Ihr Netzwerk einmal genauer betrachten wollen, können Sie das mit einem Coaching verbinden. Interessiert? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine Mail.

Verantwortung für sich selbst übernehmen, klar, diesen Ausspruch kennt ja jeder. Aber was steckt genau dahinter? Sie wissen, Sie sollten etwas für Ihre Gesundheit tun, für regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und für ausreichend Schlaf sorgen. Aber irgendwie kommt immer was dazwischen.

Und schon sind wir wieder beim Kern der Sache, denn in dem Wort Verantwortung ist die Antwort bereits enthalten. In diesem Fall für das, was Sie in diesem Beispiel eben nicht tun. Der Resilienzfaktor Eigenverantwortung bedeutet, ein hohes Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln und das eigene Verhalten zu reflektieren. Ich sehe diesen Resilienzfaktor als Schnittstelle zwischen der Akzeptanz, das was sich nicht verändern lässt und dem, was doch möglich ist. Auch wenn es im ersten Moment danach aussieht, dass etwas machbar ist.

Stehen Sie für das ein, was Sie tun und was Sie denken!

Wie wäre es, auch dafür bewusst die Verantwortung zu übernehmen? Stehen Sie dafür ein, was Sie jetzt im Moment aktuell tun und beeinflussen können. Fehler einzusehen und einzugestehen, dass eine Entscheidung oder ein Verhalten unpassend oder schlichtweg falsch war, gehört zu dem Resilienzfaktor Eigenverantwortung dazu. Auch wenn es manchmal ganz schön schwierig sein kann.
Sonst kann es leicht passieren, dass Sie in die Opferrolle rutschen und die Schuld bei anderen suchen. In dem Fall vergeben Sie die Chance, selbst aktiv zu werden und eine Lösung zu finden. Ändern können Sie nur sich selbst, mit anderen Menschen klappt das nicht.

Sie können allerdings Ihre gedankliche Bewertung verändern. Wie Sie etwas sehen und ein-schätzen. Die Verantwortung reicht ja bis in die Gedankenwelt hinein. Diesen sind Sie nicht ausgeliefert, sondern Sie können Sie steuern und mehr und mehr in die gewünschte Richtung lenken. Die Übernahme der Eigenverantwortung fördert die Resilienz. Dadurch lernen Sie, Ihr Leben mehr als bisher aktiv zu gestalten.

Denkalternativen stärken die Resilienz und verringern das Stresserleben

Stellen Sie sich vor, eine Situation hat sich nicht so entwickelt, wie Sie sich das erhofft haben. Sie liegen nachts im Bett und kommen ins Grübeln. Sie grübeln sich immer mehr in eine gedankliche Sackgasse hinein, können kaum schlafen und sind am nächsten Tag gerädert und schlecht gelaunt.

Da kann es sehr hilfreich sein, sich den automatisch ablaufenden Bewertungen und Denkmustern bewusst zu werden. Statt „Das konnte ich sowieso noch nie!“ oder „Dafür ist es für mich zu spät!“ mal „Ich werde es ausprobieren!“ und „Wann, wenn nicht jetzt?“ Bauen Sie in einer ruhigen Minute Denkalternativen auf und lösen Sie so die gedanklichen Knoten. Wahrscheinlich werden Sie ein wenig Geduld brauchen, um jahrelange Gedankenmuster zu verändern. Für die Zukunft lohnt es sich auf jeden Fall! Sie können nur das verändern, was Ihnen bewusst ist.

Durch die Stärkung Ihrer Resilienz lernen Sie, mehr Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen anstatt in eine Opferrolle hineinzugelangen, um somit Herausforderungen zukünftig besser zu bewältigen.

Der Resilienzfaktor Eigenverantwortung beinhaltet

  • Sie machen sich Denkmuster und hinderliche Glaubenssätze bewusst
  • Sie lernen, Fehler als Entwicklungsmöglichkeiten zu betrachten
  • Sie übernehmen Verantwortung für Ihr eigenen Ressourcen

So können Sie mehr Verantwortung für Ihre Lebensplanung übernehmen. Misten Sie aus, was Sie nicht mehr benötigen, entlasten Sie Ihren Lebensrucksack. Das können materielle Dinge sein, aber auch Emotionen und Erlebnisse, die Sie schon lange mit sich herumtragen. Eigenverantwortung heißt, Sie sind aktiv und gestalten oder Sie bewegen etwas und schaffen sich so mehr Freiraum.

Neben der Eigenverantwortung gibt es noch weitere Faktoren, welche die Resilienz beeinflussen und stärken. Hierzu zählen u.a.:

  • der Optimismus
  • die Lösungsorientierung
  • die Akzeptanz
  • die Selbstwirksamkeit

Weitere Informationen zu dem Thema Resilienz und Eigenverantwortung erhalten Sie auch in dem Stressbewältigungsseminar oder im persönlichen Coaching.

Ein Coaching unterstützt Sie dabei, Denkmuster und Glaubenssätze sichtbar zu machen. Es öffnet neue Sichtweisen und Sie können sich ein Ressourcenpolster aufbauen. So haben Sie mehr Energie, um Ihren Lebensrucksack neu zu packen.

Interessiert? Kontaktieren Sie mich für ein kostenfreies Erstgespräch

Die Selbstwirksamkeit ist eine der stärksten Faktoren im Themenspektrum der Resilienz. Sie bezeichnet die tiefe Überzeugung, schwierige Situationen grundsätzlich meistern zu können. Vielleicht nicht sofort und auch nicht perfekt, aber schon mit dem Gefühl, es hinzubekommen.

Wie geht es Ihnen? Finden Sie sich da wieder? Ist Ihre Zuversicht, die Probleme des Alltags zu lösen, gut ausgeprägt? Können Sie auf Ihre Stärken und Fähigkeiten vertrauen und sehen Sie statt Problemen eher Herausforderungen? Wenn das so ist, dann haben Sie ein besseres Durchhaltevermögen, eine stärkere Resilienz und sind sogar weniger stressanfällig. Aber es geht bei dem Resilienzfaktor Selbstwirksamkeit nicht nur um die Reaktion auf das, was Sie erleben. Sie wissen auch, dass Sie etwas bewirken können, etwas anstoßen oder etwas in Gang bringen können.

Reflektieren Sie doch mal kurz einige Aspekte Ihrer Selbstwirksamkeit

  • Was haben Sie heute schon gut hinbekommen?
  • Welche Situation haben Sie gut gemeistert?
  • Bei welcher Gelegenheit haben Sie Ihre Stärken eingesetzt?

Das wahrzunehmen, setzt voraus, dass Ihnen Ihre eigenen Stärken bewusst sind. Sie wissen zum Beispiel, dass Sie gut verhandeln können. Ihnen ist auch bewusst, dass Sie noch einige Kniffe dazulernen könnten. Danach sind Sie in der Lage, neue Strategien auszuprobieren und werden damit Ihr Selbstvertrauen weiter stärken. Zu wissen, dass Sie etwas bewirken und bewegen können, etwas hinbekommen, setzt Energie frei und unterstützt Ihre Resilienz. Es ist natürlich auch eine Erweiterung der eigenen Komfortzone. Raus aus der Sicherheit dessen, was Ihnen bekannt und vertraut ist und mutig Neues wagen.

Wodurch Ihre Resilienz geschwächt wird

Grundlage für die Selbstwirksamkeit ist eine gute Eigen-Fürsorge. Zu wissen, was Ihnen gut tut und zu wissen, wo Ihre Grenzen sind. Wann brauchen Sie eine Pause oder eine längere Auszeit? Diese Selbstwahrnehmung trägt zur Verstärkung Ihrer Resilienz bei und wirkt sich positiv auf die Stressbewältigung aus. Wenn Sie im Stress sind, ist diese Eigen-Fürsorge wesentlich geringer und Sie haben keine gute Rückkoppelung für Ihre Bedürfnisse. Die Überzeugung der Selbstwirksamkeit wird schwächer.

Es kann auch sein, dass Sie zwar Ihre Stärken kennen, aber eher dazu neigen, Ihre Fähigkeiten tiefzustapeln. In der Folge trauen Sie sich nicht das zu, was Sie tatsächlich können. Und vielleicht führt das dazu, dass Sie unzufrieden mit sich selbst sind.

Es kann auch sein, dass Sie sich zu viel aufbürden, weil Sie es anderen recht machen wollen, oder es Ihnen schwer fällt, auch mal „Nein!“ zu sagen und in der Folge regelmäßig Ihre eigenen Grenzen überschreiten.

Es kann sein, dass Sie zu Perfektionismus neigen und dadurch einen hohen Anspruch an sich selbst haben. Es reicht nicht aus, gut zu sein, Sie wollen es immer noch etwas besser machen.

Diese Beispiele sind eher Hemmschuhe für Ihre Selbstwirksamkeit, und somit für Ihre Resilienz. Vielleicht haben Sie sich wiedererkannt.

So können Sie Ihre Selbstwirksamkeit stärken

Eine Veränderung ist auch hier möglich. Sie haben immer die Chance, hilfreich und unterstützend auf sich selbst einzuwirken. Sie können lernen, Ihre Stärken, Fähigkeiten und Kompetenzen wahrzunehmen und diese bei Bedarf weiter zu entwickeln.

Sie können ein besseres Gefühl für Ihre Energiereserven entwickeln und sich so viel früher abgrenzen. Und Sie können einen Deal mit Ihrem Perfektanspruch aushandeln und so entspannter durch den Alltag kommen. Dadurch unterstützen Sie nicht nur Ihre Resilienz, sondern lernen auch Stresssituationen zu meistern.

Was auch immer zu einer Stärkung Ihrer Selbstwirksamkeit beitragen kann, seien Sie sich darüber bewusst, dass Sie selbst in der Lage sind, etwas zu tun oder etwas zu verändern. Und manchmal ist es gut, sich dabei Unterstützung von außen zu holen, durch einen guten Freund oder Freundin, ein Coaching oder eine Beratung.

Neben der Selbstwirksamkeit gibt es noch weitere Faktoren, welche die Resilienz beeinflussen und eng mit ihr verbunden sind

  • der Optimismus
  • die Lösungsorientierung
  • die Akzeptanz
  • die Eigenverantwortung

Weitere Informationen zu dem Thema Resilienz und Selbstwirksamkeit erhalten Sie auch in dem Stressbewältigungsseminar oder im persönlichen Coaching.

Interessiert? Kontaktieren Sie mich für ein kostenfreies Erstgespräch!

In meinem vorherigen Blogbeitrag über Resilienz habe ich Ihnen bereits zwei bedeutende Resisilienzfaktoren vorgestellt. Die nächsten drei Resilienzfaktoren sind das Herzstück der Resilienz. Anzunehmen, was ist, wie es ist, das ist die Akzeptanz. Zu wissen, was Sie selbst bewirken und wo Sie Einfluss nehmen können, das ist die Selbstwirksamkeit. Die Eigenverantwortung rundet diese drei Faktoren ab, damit Sie mit zunehmend mehr Selbstkompetenz Ihr Leben gestalten können.
Diese und natürlich auch die anderen Resilienzfaktoren können Sie bewusst in Ihr Leben integrieren. Sie werden schnell merken, dass sie sich gegenseitig bedingen, denn Lösungen finden Sie leichter, wenn Sie hoffnungsvoll und optimistisch unterwegs sind.

Die passive Seite der Akzeptanz

Die Akzeptanz hat wie eine Medaille zwei Seiten. Wir können nicht alles bestimmen und beeinflussen, was wir erleben, was um uns herum geschieht. Dennoch ist es ein Teil unseres Lebens. Das Wetter, der Stau, die nächste Umstrukturierung, das sind Entscheidungen, die andere Menschen treffen und die Auswirkungen auf Ihr Leben haben. Sie können es annehmen und schauen, wie Sie damit am besten klarkommen. Beim Wetter gibt es ja diesen Spruch: „Es gibt keine schlechtes Wetter, nur die unpassende Kleidung.“ Dies ist die eher passive Seite der Akzeptanz.

Mehr Resilienz durch Akzeptanz

Die aktive Seite der Akzeptanz ist die, sich erst einmal selbst zu akzeptieren. Mit all den Stärken und natürlich auch Schwächen! Das heisst, die eigene Lebenssituation so zu sehen, wie sie im Moment ist. Ohne etwas zu beschönigen oder etwas negativer zu sehen, als es ist. Auch Misserfolge und Niederlagen sind ein Bestandteil des Lebens. Der bewusste Umgang mit den persönlichen Stärken und Schwächen stärkt Ihre Resilienz und hilft Ihnen dabei, neue Situationen besser zu bewältigen.
Sicherlich haben Sie auch schon mit der ein oder anderen Entscheidung in Ihrem Leben gehadert: „Hätte ich doch xy gemacht oder eben nicht!“ Wenn Sie so denken, richten Sie Ihre Energie rückwärts. Auf das, was sich eben nicht mehr verändern lässt. Sie können die Zeit nicht zurückdrehen, sondern nur heute und für die Zukunft etwas verändern. Denken Sie doch mal an Veränderungen in Ihrem Leben:

  • Welche Veränderungen sind Ihnen leicht gefallen?
  • Bei welchen Veränderungen haben Sie lange mit sich gehadert?
  • Was haben Sie rückblickend für sich gelernt? Wo sind Sie stärker geworden?
  • Was wollen Sie für zukünftige (absehbare) Veränderungen anders machen?

Unter diesem Blickwinkel bedeutet der Resilienzfaktor Akzeptanz, ehrlich (und freundlich) mit sich selbst zu sein und nach vorne zu blicken. Eine Situation akzeptieren heisst, erst jetzt wird der Blick frei für Chancen und Lösungen. Frei für das, was Sie stärken oder neu dazulernen können. Akzeptanz beinhaltet auch, die Unsicherheit anzunehmen, die zu einer Veränderung, zu einer neuen Lösung, dazugehört. Richten Sie Ihre Energie vorwärts, auf Ihre Stärken und Möglichkeiten und auf das Ziel hin, was Sie erreichen möchten! Und damit sind wir beim nächsten Resilienzfaktor, der Selbstwirksamkeit.

Diesen und weitere Resilienzfaktoren werde ich in den Folgebeiträgen vorstellen. Falls Sie mehr über Resilienz erfahren möchten, kontaktieren Sie mich für ein kostenfreies Erstgespräch.

Ebenso erhalten Sie in dem Anti-Stress-Seminar von mir mehr Informationen über das Thema Resilienz und wie Sie diese stärken können.

Wie schätzen Sie Ihre Fähigkeit zur Resilienz – also Ihrer Widerstandskraft – ein, mit Veränderungen oder gar mit Misserfolgen umzugehen? Im Training und Coaching erlebe ich zwei unterschiedliche Überzeugungen: die einen meinen, Fähigkeiten und Talente sind angeboren, die anderen sind überzeugt, dass eine Weiterentwicklung und Entfaltung immer möglich ist. Und dass Fehler oder Umwege ein Teil dieser Entwicklung sind, einfach dazugehören.

Für die erste Gruppe bedeutet das: was nicht auf Anhieb gelingt, dafür ist man eben nicht talentiert genug und sollte es bleiben lassen. Das spricht natürlich gegen eine Entwicklung der Potenziale. Unter diesem Blickwinkel ist es interessant, wie die NASA vor einigen Jahren vorging, als sie neue Astronauten suchte:

Die Bewerber mit dem perfekten Lebenslauf erhielten eine Absage! Stattdessen wurden jene ausgewählt, die in ihrem Leben schon erhebliche Rückschläge eingesteckt hatten und sich daraus wieder hochgerappelt hatten.

Genau diese Fähigkeit bezeichnet man als Resilienz. Die Überzeugung, dass man seine Fähigkeiten und Potenziale immer weiter entfalten kann. Die Erfahrung, dass sich Lernen lohnt und dass es Handlungsspielräume gibt. Das Vertrauen, dass es Lösungen gibt, oder wenn nicht, dass immer die Chance besteht, aus Fehlern zu lernen.

Ein ausbalanciertes Leben – die 7 Faktoren der Resilienz

Für ein ausbalanciertes und bewusst gestaltetes Leben sind die 7 Faktoren der Resilienz eine hervorragende Basis. Der Fokus der Resilienz ist auf das gerichtet, was Sie selbst beeinflussen und bewirken können. Sowohl nach aussen in den Handlungen und insbesondere nach innen. Das fängt bei den eigenen Gedanken an, die Ihre Stimmung und Ihr Verhalten beeinflussen. Oft sind einem diese ja gar nicht bewusst, denn im Alltag sind wir meistens in Automatismen, in Denkroutinen und Gewohnheiten unterwegs. Wie wäre es, sich zumindest ab und zu bewusst zu machen, was Sie gerade über sich oder andere denken?

Hier stelle ich Ihnen die ersten zwei der Resilienzfaktoren etwas näher vor:

Resilienzfaktor Optimismus

Schauen Sie optimistisch in die Welt hinein? Es kommt ja immer auf den Blickwinkel an. „Mal sehen, was sich daraus machen lässt!“ Zuversichtlich zu sein, auf das, was kommt, ist eine gute Voraussetzung. Wenn Sie eher das wahrnehmen, was Ihnen gelingt und sich auch an Kleinigkeiten im Alltag erfreuen können, verfügen Sie über eine gute Portion Optimismus.

Aber was ist, wenn es schwierig wird? Bleiben Sie in dieser inneren Haltung? Oder kippt die Stimmung und Sie sehen nur noch die Probleme, die jetzt auf Sie zukommen könnten? Vielleicht gibt es da ein Gedankenkarussell, dass sich munter dreht und so endet: „Ich habe ja gleich gesagt, dass das schiefgehen muss!“

Es gibt immer Höhen und Tiefen, entsprechend schwankt die Stimmung. Wie gut können Sie damit umgehen und gelingt es Ihnen, Ihr Gedankenkarussell anzuhalten und wieder auszusteigen? Natürlich gibt es Situationen, in denen Vorsicht und eine gesunde Skepsis angebracht, ja sogar notwendig sind.

Doch Optimismus gibt Energie und damit die Tatkraft und Ausdauer, etwas anzugehen und dranzubleiben. Es ist zugleich die Zuversicht, dass ich etwas bewirken kann. Geht Ihr Fokus eher auf das, was machbar ist?

Eine Idee, dem Resilienzfaktor Optimismus mehr Aufmerksamkeit zu widmen, besteht darin, über einen Zeitraum von 3 Wochen jeden Abend 3 Begebenheiten zu notieren, was Sie Schönes oder Angenehmes erlebt haben. Das können Kleinigkeiten sein:

  • Sie geniessen in der Mittagspause 5 Minuten auf einer Parkbank die Sonne
  • Sie erwidern das Lächeln der Verkäuferin in Ihrer Bäckerei
  • Sie nehmen wahr, wie gut es Ihnen gelungen ist, in einer Mail die passenden Formulierungen zu finden

Resilient zu sein, bedeutet, von und mit sich selbst zu lernen. Sie können lernen, anders auf die Welt zu blicken und auch das zu sehen, worauf Sie sich freuen, was Sie ermutigt oder Ihnen gut gelungen ist. Wenn Sie 3 Wochen lang darauf achten, werden Sie merken, dass Ihre Wahrnehmung ein wenig auf Ihre Gedanken abfärbt und dass es leichter wird, negative Gedankenspiralen zu stoppen.

Resilienzfaktor Lösungsorientierung

Sehen Sie eher die Chance, die sich aus einer Situation ergibt oder eher das Problem? Geben Sie sich mit dem erstbesten Gedanken zufrieden oder suchen Sie nach weiteren, auch unkonventionellen Lösungen? Wie reagieren Sie, wenn Sie von Kollegen oder vom Partner hören: „Das haben wir doch schon immer so gemacht!“

Und wie gehen Sie umgekehrt mit den Lösungsansätzen anderer um? Etwa so: „Wer garantiert denn, dass es so funktioniert?“ So eine Reaktion ist verführerisch, weil sie den Denkroutinen und dem Energiesparmodus unseres Gehirns entspricht. Es gilt die Regel, dass es zehnmal so einfach ist, eine neue Idee zu zerpflücken als sie konstruktiv weiterzuentwickeln. Wie ist das bei Ihnen? Es kann interessant sein, sich selbst dabei zu beobachten, wann Sie sich offen für Neues erleben und wann das nicht der Fall ist.

Tatsache ist, dass Sie sich leichter neuen Denkwegen und Lösungen widmen können, wenn Ihre Gedanken Freiraum haben. Unter Stress oder im Gedankenkarussell kommen Sie automatisch zu den immer gleichen Lösungen und damit keinen Schritt weiter. Wenn Sie ausgeglichen sind, kann Ihr Gehirn auf Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen zugreifen, diese neu vernetzen und auf Ideen kommen. Resilienz kann sich somit positiv auf die Stressbewältigung auswirken und Ihre Fähigkeit, mit Konflikten und Druck umzugehen, stärken.

3 Tipps für mehr Lösungsorientiertes Denken

  • Verändern Sie kleine Gewohnheiten in Ihrem Alltag: finden Sie jeweils 3 Varianten für ein anderes Vorgehen ( Wege variieren, Einkaufsroutinen verändern, die Art und Weise wie Sie Ihre Mittagspause verbringen)
  • Erweitern Sie regelmäßig Ihren Blickwinkel – wie würde ein 8jährige/r Ihre Situation sehen? Wie würden Sie in 6 Monaten Ihr Problem betrachten?
  • Wenn Sie vergangene Lösungen reflektieren – was wären die Alternativen für die Zukunft?

Chancen zu sehen und zu wagen schließt mit ein, dass Fehler gemacht werden können. Die beste Möglichkeit, den Keim des Neuen zu ersticken ist, die Fehler zu vermeiden. Doch wer traut sich, Neues auszuprobieren, wenn Fehler generell nicht gewünscht sind? Ist Scheitern ein Manko? Wie ist Ihre Haltung gegenüber Fehlern? Und woraus haben Sie am meisten gelernt?

Den ersten Schritt tun Sie, wenn Sie sich Ihre Denkroutinen bewusst machen. Vielleicht treffen Sie danach die Entscheidung, dass Sie Ihre Sichtweise verändern und Ihre Handlungsspielräume erweitern wollen. Dabei können Sie bisherige Verhaltensmuster loslassen und Schritt für Schritt etwas Neues wagen.

Mit einer unterstützenden und reflektierenden Begleitung haben Sie die Rückendeckung, die Sie dafür brauchen. Das kann ein guter Freund oder eine gute Freundin sein, ein Coach oder eine andere professionelle Begleitung. Oft hilft hier ein unvoreingenommener Blick von außen, um innere Klarheit zu schaffen und neue Handlungsoptionen auszuloten.

Interessiert? Kontaktieren Sie mich für ein kostenfreies Erstgespräch

Weitere Informationen zum Thema Resilienz und den Umgang mit psychischen Belastungen erhalten Sie auch in meinem Seminar für Stressbewältigung. In diesem Seminar erfahren Sie, wie Sie Ihre Ressourcen und Selbstheilungskräfte durch Resilienz stärken, und somit Krisen und Stresssituationen besser meistern können.

In den kommenden Beiträgen zum Thema Resilienz stelle ich Ihnen die weiteren Resilienzfaktoren für ein ausbalanciertes Leben vor.