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Wir alle haben in diesem Jahr bereits eine steile Lernkurve hingelegt. Vollkommen spontan, ungeplant und dadurch ab und zu verunsichernd. Jetzt sind wir in einem anderen Alltag gelandet, der viele Gewohnheiten auf den Kopf gestellt hat. Diese Veränderungen haben sicherlich Energie verbraucht. Aber vielleicht haben Sie so gar überrascht festgestellt, dass

  • Sie sogar mehr hinbekommen, als Sie je vermutet haben und
  • es gar nicht mal so schwer ist, in kurzer Zeit vieles dazuzulernen

Es ist absehbar, dass es zukünftig noch viel mehr Veränderungen geben wird. Die Lernkurve bleibt – etwa bei der Digitalisierung, die in den nächsten Jahren viele Arbeitsbereiche verändern, manche sogar komplett umkrempeln wird. Eine Ihrer wichtigsten Ressourcen ist Ihre Lern- und Veränderungsfähigkeit. Lernen hört nie auf und das hat durchaus Vorteile!

Damit Ihnen Neues gut gelingt, hier 5 Tipps dazu. Abseits von Lernmethoden, Gedächtnistechniken, sondern ganz allein auf das bezogen, was Sie sowieso schon tun. Genau das können Sie noch viel leichter meistern, wenn Ihnen die Automatismen klar sind.

Vertrauen Sie auf Ihre Fähigkeiten?

Diese Frage: ‚Glauben Sie daran, dass Ihnen das, was Sie vorhaben, tatsächlich gelingt?‘ Sollten Sie sich stellen. Ist eine entsprechende Veränderung oder das Lernen von einem neuen Arbeitsbereich aktuell möglich? Wenn Sie nicht an Ihre Fähigkeiten glauben, wird es kaum oder nur sehr schwer gelingen. Was nicht bedeutet, dass Sie Ihre Fähigkeiten nicht weiter ausbauen sollten. Und ein paar Selbstzweifel in Form vom Respekt vor dem Umfang oder der Dauer einer Fortbildung sind durchaus angebracht.

Aber wenn Sie überzeugt sind, dass es richtig anstrengend und zäh wird „Für Technik habe ich einfach zwei linke Hände…“ oder „Das konnte ich noch nie…“ dann kommen Sie und damit Ihr Gehirn schnell in Stress. So ist es kaum möglich, etwas Neues zu lernen. Ihr Gehirn ist erst einmal mit der Bewältigung der Stresssituation vollauf beschäftigt.

Haben Sie die Zeit? Ist es Ihnen ernst damit? 

Gut, wenn Sie das für sich geklärt haben, geht es weiter. Lernen ist nichts, was Sie mal so schnell nebenher machen können. Quasi mit links, ein paar Häppchen hier, ein bisschen dort, doch die Gedanken sind schon längst woanders. Lernen braucht (neben einer guten Planung) vor allem Konzentration auf das, was Sie ganz neu in Ihren Kopf hineinbekommen wollen. Lernen braucht Wiederholungen – gerade bei uns Erwachsenen! Es kann sogar sein, dass Erwachsene Lerner mehr Wiederholungen brauchen!  Klar, das fühlt sich an, als ob Sie im Tief Ihrer Lernkurve verharren und es einfach nicht weitergeht. Je nachdem, wie neu oder komplex die Lerninhalte sind, braucht der Aufbau neuer Verknüpfungen in Ihrem Gehirn Zeit!

 

Zeiten einplanen

Werden Sie aktiv – tun Sie etwas damit!

Verbinden Sie Lerninhalte mit der Praxis. Das ist so simpel wie entscheidend für einen Lernerfolg. Sitzen Sie nicht nur da, um etwas zu hören oder zu lesen oder sich Videos anzuschauen. Testen Sie, probieren Sie es munter aus und ja, Fehler gehören beim Lernprozess unbedingt dazu! Werden Sie in viele Richtungen aktiv: sprechen Sie über das, was Sie gelernt haben. Machen Sie sich Gedanken darüber, was Sie verstanden haben – und was noch offen ist. Diskutieren Sie mit anderen, schreiben Sie, kritzeln Sie, machen Sie sich Notizen, das alles hilft bei der Verarbeitung und bringt Dynamik in Ihre Lernkurve!

Werden Sie zum Wadenbeisser!

Was unbedingt dazugehört, ist das Dranbleiben. Ich nenne es gerne das positive Wadenbeisser-Tun. Geben Sie nicht auf, sondern atmen Sie erst einmal durch. In fast jedem Lernprozess gibt es diesen Moment, in dem Sie das Gefühl haben, dass Sie auf der Stelle treten, obwohl Sie lernen und sich anstrengen. Das ist frustrierend. Bleiben Sie dran, gerade jetzt, wenn es schwierig wird und Sie herausgefordert sind. Werfen Sie einen Blick zurück, was Sie schon erreicht haben. Suchen Sie sich Sparringspartner, um sich auszutauschen. Ihr Gehirn braucht einerseits diese Herausforderung – idealerweise in Form eines konkreten Ziels. Es sollte natürlich reell erreichbar sein. Von da kommt die Motivation, um Stück für Stück voranzukommen. Übrigens, Ihr Gehirn belohnt Sie, wenn Sie hartnäckig dranbleiben. Wenn Sie eine Herausforderung gemeistert haben, fühlen Sie sich beschwingt, erleichtert und trauen sich so die nächste Etappe zu.

Wenn ich ein Genie wäre, ja dann….

Werden Sie hellhörig, wenn Sie sich sagen hören: „Ach, dafür bin ich nicht talentiert.“ Meistens ist es eine Ausrede Ihres Gehirns, sich eben nicht ins Zeug zu legen, sondern eher auf die faule Haut. Es ist eine sehr praktische Ausrede. Was oft vergessen wird: alle Genies und die überragenden Talente haben geübt, geprobt, trainiert und getüftelt, bis sie erfolgreich geworden sind. Doch das übersehen wir gerne. Die Idee, dass jemandem eine Gabe in die Wiege gelegt wurde und er oder sie es dadurch ganz leicht hatte, an die Spitze zu kommen, trifft zu 98% eben nicht zu. In der Regel ist ein langer und ausdauernder Einsatz das Mittel, um so viel zu erreichen.

Extra-Tipp – bleiben Sie nicht allein!

Lernen Sie nicht nur allein für sich! Tauschen Sie sich aus, denn Ihre Synapsen – die Verbindungen zwischen Ihren Nervenzellen – sind aktiver, wenn Sie zusammen mit anderen lernen. Zusammen mit anderen bedeutet auch, dass Oxytocin ausgeschüttet wird, das macht Ihre Synapsen noch flexibler und die Lerninhalte werden besser weitergeleitet und intensiver verankert!

Gemeinsam lernen

Fazit: Sie können sich gut auf Neues vorbereiten, indem Sie am besten täglich etwas dazulernen. Ihr Gehirn bleibt so flexibel, gerät weniger schnell in Stress und kann Veränderungen und das Auf- und Ab Ihrer Lernkurve deswegen besser meistern.

Wenn Sie mehr über die Rahmenbedingungen für das Lernen wissen wollen, können Sie ein Seminar für das Unternehmen oder ein Coaching für sich als Privatlerner buchen. Hier können Sie einen kostenfreien Gesprächstermin vereinbaren.

Wann haben Sie das letzte Mal eine Pause gemacht? Also ganz bewusst, mit Genuss und Muße statt schlechtem Gewissen. Fünf oder zehn Minuten, in denen Sie entspannt aus dem Fenster geschaut oder eine Handvoll Erdbeeren (oder etwas anderes) gegessen haben? Um danach erfrischt und mit einem klaren Kopf wieder an die Arbeit zu gehen. Doch die Realität sieht anders aus: 38% der Beschäftigten geben an, keine Zeit für Pausen zu haben. Viel zu viel zu tun! Wie ist das bei Ihnen?

Ganz klar, konzentriertes Arbeiten verbraucht Energie. Im Home-Office ist das oft mit weiteren Herausforderungen verbunden. Ganz zu schweigen von den Online-Konferenzen oder Webinaren, die die Aufmerksamkeit auf eine ganz besondere Weise beanspruchen. Die Augen kleben am Bildschirm, Nebengeräusche erschweren das Zuhören und die starre Sitzhaltung fördert die Verspannung. Jetzt sind Pausen erst recht notwendig!

Pausen haben ein schlechtes Image, leider!

Eine Mini-Pause, etwa ein wohliges Strecken der Arme oder Dehnungen für den verspannten Nacken, wird von Kollegen im Büro ja eher belächelt. Ein entspanntes Aus-dem-Fenster-schauen wird schnell gleichgesetzt mit „Da hat der Kollege wohl nichts zu tun!“ Kein Wunder, dass nur 27,9 Prozent der Befragten aktiv Erholungsphasen in den Arbeitsalltag einplanen, so der Gesundheitsreport der iga (Initiative Gesundheit und Arbeit). Dabei stabilisieren und erhöhen Pausen die Leistungsfähigkeit, theoretisch weiß das so gut wie jeder.

Aber Sie lassen es trotzdem bleiben. Weil es aber nicht ohne geht, praktizieren viele Mitarbeiter sogenannte versteckte Pausen. Das sind die Pausen, die Ihr Körper sich notgedrungen herausnimmt. Wie die aussehen? Zuerst einmal werden Sie anfällig für Ablenkungen. Oder Sie starren in den Bildschirm hinein, ohne tatsächlich etwas wahrzunehmen. Sie lesen und beantworten – nur ganz kurz! – die Mail, die gerade reingekommen ist. Auch eine Ablenkung ohne Erholung. 

Oder Sie beginnen, irgendetwas zu tun, was im Prinzip sinnlos ist. Den Stifteköcher neu sortieren, irgendetwas aufräumen (was Sie gar nicht vorhatten), die Einkaufsliste nochmal durchgehen oder nur mal schnell schauen, was sich im Newsfeed Ihres Messengers tut.

Schnell wird daraus eine Gewohnheit, die leider im Sinne von Erholung gar nichts bringt.

Eine Ablenkung ist noch lange keine Erholung. Stattdessen fällt es Ihnen umso schwerer, wieder in die ursprüngliche Tätigkeit zurückzufinden. Nur mit einer bewusste Pause können Sie sich regenerieren.

Keine Zeit für Pausen?    

Das geht doch nicht, während der Arbeit?

Doch, es geht. Denn nur eine bewusste Planung von Pausen bringt die ersehnte Erholung und Erfrischung. Stattdessen sehen 50 Prozent der Befragten Pausen eher als Störfaktor: Sie passen nicht in den Arbeitsablauf.  (Quelle: igareport-34/) Das ist schon eine verkehrte Welt, besonders unter der Berücksichtigung, dass die Burnout-Quote seit Jahren zunimmt. Satte 71% der Beschäftigten verbringt die Mittagspause mit „Deskop Dining“, also Essen am Bildschirm, so eine Umfrage der Onlinekantine Smunch unter 5.000 Beschäftigten.

Gucken Sie sich was von Profi-Sportlern ab

Profi-Sportler würden nie auf die Idee kommen, auf Pausen zu verzichten, um durch die gesparte Zeit zu einer besseren Leistung zu kommen. Im Gegenteil, ein Trainingsplan ist ein ausgeklügeltes System aus Anspannung und Regeneration. Dabei müssen Sie noch nicht einmal Profisportler sein, Sie können auf Ihre eigene Erfahrung zurückgreifen. Angenommen, Sie machen eine Radtour (ohne E-Bike!) von 80 Kilometern. Fahren Sie die in einem Stück durch? Die wenigsten würden das machen, es sei denn, dass Sie einen persönlichen Rekord aufstellen wollen.

Professor Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung der Deutschen Sporthochschule Köln, empfiehlt etwa, alle 70 bis 90 Minuten eine Pause von 5 bis 10 Minuten zu machen. Eine Regeneration, so Froböse, geschieht nicht so nebenbei, sondern der Körper braucht dazu Zeit und Ruhe. „Insgesamt haben wir kein Belastungsproblem, sondern vielmehr ein Regenerationsproblem“, so Froböse.

Auf Pausen zu verzichten hat Konsequenzen

Je länger eine Pause hinausgezögert wird, desto leiser werden die Pausensignale des Körpers. Andrerseits brauchen Sie danach viel längere Erholungszeiten. Also ganz ehrlich, Zeit sparen durch „Keine Zeit für Pausen?“ Das Gegenteil ist der Fall!

    • Ihre Ablenkbarkeit – auch für vollkommen Unwichtiges – nimmt zu
    • Sie werden langsamer und brauchen damit länger
    • Flüchtigkeitsfehler nehmen zu und brauchen viel Zeit, um korrigiert zu werden
    • Müdigkeit und Verspannungen nehmen zu
    • Die Stimmung kippt – Sie reagieren gereizt, werden ungeduldig oder gleichgültig
    • Die Vergesslichkeit nimmt zu

Nachdem Arbeit fehlt der Antrieb, um sich aktiv zu erholen, Sport zu machen. Dann muss als Begründung wieder der innere Schweinehund mit zu Ihnen aufs Sofa.

Die Vorteile von kleinen Pausen am Arbeitsplatz

Beobachten Sie sich einmal, denn schon der Impuls – gleich – in 5 Minuten mache ich eine Pause, wird sich positiv auf Ihre Motivation auswirken. Arbeitsabschnitte von Pause zu Pause – etwa mit Nahzielen – sind motivierender. Im Prinzip wissen Sie, dass die körperliche und erst recht die geistige Leistungsfähigkeit mit Pausen steigt, etwa wenn Sie

    • Probleme lösen wollen
    • konzentriert arbeiten
    • kreativ sein wollen
    • Etwas planend durchdenken und mehrere Handlungsstränge berücksichtigen wollen
    • Komplexe Inhalte durchdenken
    • Lernen und sich das Gelernte merken wollen

Was sind Ihre Erfahrungen mit Pausen?

 

„Seit Jahrzehnten haben wissenschaftliche Untersuchungen und betriebliche Erfahrungen immer wieder belegt, dass sich diese zusätzlichen Erholzeiten von 5 bis 10 Minuten je Stunde in der Regel als „lohnende“ Kurzpausen erweisen.“

Prof. Dr. Alfred Oppolzer

 

Tun Sie etwas ganz anderes als bisher!

Tun Sie in den  Pausen etwas ganz anderes, als das, was Sie bisher getan haben. Schaffen Sie damit Abwechslung und Ausgleich. Sie haben intensiv am Bildschirm gearbeitet? Dann gönnen Sie Ihren Augen eine wohltuende Pause, schauen Sie in die Weite. Oder lockern Sie Anspannungen in der Augenumgebung durch eine kleine Klopfmassage. Sie haben viele Gespräche geführt, sind von einem Meeting in das andere gehetzt? Dann kann Ihnen Ruhe gut tun.

Regelmäßige Pausen mit kleinen Ritualen und praktizierte Achtsamkeit können Sie dabei unterstützen, eine aufkommende Unruhe und Spannung zu reduzieren und erholt in die nächste Arbeitsetappe zu starten. Finden Sie für sich heraus, was Ihnen gut tut, experimentieren Sie ruhig ein wenig. Für den Vormittag und den Nachmittag planen Sie jeweils 2-3 kleine Pauseneinheiten von etwa 5 Minuten ein. Die Mittagspause sollte auf jeden Fall eine halbe Stunde lang sein. Wenn Sie einen Spaziergang einplanen können, umso besser!

Wasser trinken!Genuss - eine leckere Zwischenmahlzeit

5 Tipps für Kurzpausen, die Ihnen gut tun

  1. Erfrischung: Lassen Sie kaltes Wasser über die Unterarme laufen, das erfrischt und macht einen müden Geist gleich wacher. Ausreichend Flüssigkeit ist genauso wichtig: Ein Glas Wasser auf dem Schreibtisch, gerne mit ein paar Zitronenscheiben oder Minzblättchen verfeinert. Unerkannter Durst verkleidet sich manchmal auch in Hunger. Während eines Arbeitstages sollten Sie mindestens 1 bis 1,5 Liter Wasser trinken.
  2. Genuss: Essen Sie bewusst und langsam, ob es ein Snack oder das Mittagessen. Ein anderer Genuss ist es, den Lieblingssong zu summen oder in der Mittagspause auf einer Bank zu sitzen und die Sonne auf der Haut zu spüren.
  3. Bewegung: Stehen Sie zwischendrin mal auf, dehnen und strecken Sie sich, gähnen Sie, lockern Sie mit einigen Übungen den Nacken und Schultern. Mit einem Ball oder einem geknüllten Papier können Sie auch Ihre Augen lockern, indem Sie diesen von einer Hand in die andere werfen, ohne direkt hinzuschauen. Wenn der Ball oder der Papierknäuel runterfällt, haben Sie noch eine ganz andere Bewegung!
  4. Gespräch: eine Unterhaltung mit Kollegen und Kolleginnen über andere Themen als  die der Arbeit. Oder umgekehrt Ruhe, wenn Sie die ganze Zeit im Kundenkontakt sind.
  5. Entspannung: Die wenigsten tun es, aber die Mehrheit weiß, dass dies eine der besten Erholungen darstellt. Bewusst für ein paar Minuten nichts tun, die Augen schließen und ruhig dabei atmen. Gar nicht so leicht, aber sehr erholsam. Wer es aktiver mag, kann die Muskelentspannung nach Jacobsen in der Kurzform einsetzen. (Anleitung zum Download über die tk: aktiv-entspannen/progressive-muskelentspannung-zum-download

Was tut Ihnen jetzt aktuell gut und mit welcher Anregung können Sie gleich beginnen?

Und am Ende?

Am Ende des Arbeitstages, ob im Büro oder Home-Office gilt: setzen Sie einen Schlusspunkt. Räumen Sie Ihren Arbeitsplatz auf, damit können Sie leichter abschalten und denken nicht in der Freizeit an die Arbeit. So kann Ihr Gehirn in Ruhe verdauen, was war und sich regenerieren. Planen Sie vorher am besten schon ein, mit was Sie am nächsten Tag beginnen werden. So fällt der Einstieg leichter. Dazu gehört auch, wann Sie die erste Pause machen werden!

 

 

 

Wie gut schätzen Sie Ihre Fähigkeit ein, sich zu konzentrieren? In einer Welt voller Ablenkungen ist das oft eine Herausforderung. Da klingelt das Telefon, da blinkt das Smartphone und es kommt ein Kollege mit einem Anliegen vorbei. Kaum sind Sie wieder in Ihrer Arbeit drin, erinnert Sie Outlook daran, dass Sie gleich ein Meeting haben. Dort ertappen Sie sich dabei, dass Sie immer wieder mit Ihren Gedanken abschweifen. So geht das vielen Menschen, jeden Tag. Sie können sich damit abfinden, dass es eben so ist. Oder Sie tauchen mit ein in ein neues Bewusstsein für ein konzentriertes Arbeiten. Sie kommen ganz anders voran, sind produktiv und zufrieden mit dem, was Sie erreicht haben. Sie machen weniger Fehler, sind weniger erschöpft und sogar in besserer Stimmung!

Konzentrationsprobleme

Ohne Konzentration geht (fast) nichts!

In welchen Arbeitsbereichen brauchen Sie einen konzentrierten Modus, um schneller und produktiver voranzukommen?

  • Wenn Sie Informationen filtern und verarbeiten,
  • Lösungen für ein Problem suchen,
  • eine Strategie für ein neues Projekt entwerfen,
  • Lernen, eine neue Software anzuwenden,
  • sich in ein neues Arbeitsgebiet einarbeiten oder
  • beim Zuhören in einem Gespräch

Wenn Sie intensiv an einer Sache dranbleiben, spüren Sie die Anstrengung. Sie haben etwas erreicht und Ihr Gehirn belohnt sich mit einem Gefühl der Zufriedenheit. (Es sei denn, Sie sind Perfektionist. Aber das ist ein anderes Thema.) Den Konzentrationsmuskel stärken bedeutet auch, immer mal wieder an seine Leistungsgrenzen zu gehen. Sie können neue Strategien auszuprobieren, um Ihre Aufmerksamkeit gezielt zu bündeln. Dazu gibt es mehrere Ansatzpunkte, von denen ich Ihnen hier einige vorstellen möchte. Denn um nichts anderes geht es, um ein Training dieses Muskels.

Um sich besser konzentrieren zu können, ist ein Verständnis, was die Konzentration ausmacht, hilfreich. Etwa so, wenn Sie abnehmen oder Ihr Gewicht halten wollen, ein Verständnis für die Ernährung sinnvoll ist. Es ist doch erstaunlich, dass einer Fähigkeit, die die Basis unserer Wissens- und Informationsgesellschaft darstellt, so wenig Bedeutung zuteil wird. Haben Sie sich etwa damit abgefunden, dass eine fragmentierte Konzentration einfach zum Alltag dazugehört?

Warum es sich lohnt, etwas für die Konzentration zu tun

Sie arbeiten produktiver und kommen schneller zu Ergebnissen, wenn Sie in der Lage sind, sich richtig gut zu konzentrieren. Eine gute Fokussierung brauchen Sie, wenn Sie relevante von irrelevanten Informationen trennen wollen. In einer Informationsgesellschaft gibt es ja kaum Bereiche, wo diese Fähigkeit keine Bedeutung hat. Dauer-Multitasker sind dazu kaum in der Lage! Sie fokussieren – wenn man das überhaupt so nennen kann – paradoxerweise eher auf Unwichtiges. Klar, dass dann nicht viel von den Inhalten im Gedächtnis bleibt. Für ein Gehirn, das gewohnt ist, ständig abgelenkt zu sein, fühlt sich Fokussierung eher unbequem an. Hinzu kommt, dass unser Gehirn offen für Ablenkungen und Zerstreuung ist. Warum? Das Tückische daran ist, dass eine kleine Ablenkung schnell einen Kick erzeugt und im Moment kaum Energie benötigt. Aber die Summe der Ablenkungen macht es dann aus. Das ist so wie mit einem Stückchen Schokolade. Das eine hat noch keinen großen Effekt auf Ihrer Waage – wenn Sie nach dem einen wieder aufhören können.

Apropos Energie -wenn Sie oft unterbrochen werden (oder sich selbst gerne ablenken lassen) verbrauchen Sie tatsächlich mehr Energie. Denn jede neue Aufgabe oder jedes ungelöste Problem versetzt das Gehirn in eine leichte Unruhe. Das ist auch notwendig, damit Energie aktiviert wird. Zu viele unerledigte Aufgaben oder ein Hin- und Herzappen durch Multitasking vermehrt die Unruhe und wirkt schließlich wie ein Störfeuer für die Konzentration. Deswegen ist diese Art des Arbeitens letztendlich genauso Energieintensiv, hat aber schlechtere Ergebnisse zur Folge. Dies wiederum führt dazu, dass Sie unzufrieden werden, die Stimmung sinkt. Zudem haben Sie einen erhöhten Energieaufwand, um sich wieder auf die eigentliche Aufgabe zu konzentrieren.

Deswegen fällt es vielen Menschen anfangs schwer, von einem Multitaskingmodus in einen guten bis sehr guten Konzentrationsmodus zu gelangen. Von den kleinen Belohnungskicks der Ablenkung bis hin zur Zufriedenheit liegt schon ein großer Zwischenraum. Aber im diesem Rahmen können Sie einiges erreichen! Oder wollen Sie sich auf Dauer mit einer mittelmäßigen Konzentration abfinden?

Drei Etappen auf dem Weg zu einer besseren Konzentration

Es geht nicht darum, den ganzen Tag eine superperfekte Konzentration zu haben. Denn das ist wäre ein Irrglaube, dass das geht. Das ist viel zu anstrengend! Unser Gehirn braucht den Wechsel von Anspannung und Entspannung. Ich vergleiche das mal mit einem Marathonläufer. Der wird einige Monate trainieren, um schließlich einen Marathon zu laufen. Dabei wird er nicht jeden Tag 20 Kilometer trainieren, das wäre total unsinnig. Diese Leistung – Marathon laufen – erreichen sie aber nur dadurch, dass sie beständig in bestimmten Intervallen üben.

So können Sie sich das Konzentrationstraining vorstellen. Sie lernen, wie Sie Ihre Konzentration bündeln, um sie gezielt einzusetzen. Wie Sie Ausdauer entwickeln und dranbleiben. Damit Sie zukünftig für die Aufgaben, bei denen Sie eine super Konzentration brauchen, diese aktivieren können. Um produktiv zu arbeiten, um knifflige Probleme zu lösen oder um Neues zu lernen. Wie kommen Sie dahin?

  1. Ehrliche Bestandsaufnahme – wie steht es aktuell um Ihre Konzentrationsfähigkeit?
  2. Neue Strategien für eine bessere Konzentration – Sie probieren aus, was für Sie und Ihre Arbeit /Arbeitsumgebung passt.
  3. Reflektion – wie hat sich sich Ihr Konzentrationsverhalten verändert ?

Es gilt, die Bandbreite Ihrer Konzentration wahrzunehmen und gezielter einzusetzen. Das verbunden mit Strategien, die Ihren Fokus stärken. Das Aufladen Ihrer Akkus sollte nicht zu kurz kommen, das gehört mit in eine solche Strategie.

Was wollen Sie für Ihre Konzentration tun?

Oder Sie buchen Sie mein Fokus-Seminar Konzentration Onlinekurs. Dort erfahren Sie mehr über Konzentrationsstrategien. Das Besondere – Sie werden über 5 Wochen bei der Umsetzung unterstützt und begleitet – online. Denn eine starke Konzentration erreichen Sie nicht von Heute auf Morgen. Bis der Muskel gestärkt ist, dauert es einige Wochen. Ich unterstütze Sie dabei, dass Sie dranbleiben! In einem Einzelcoaching können Sie ganz individuell an Ihrer Konzentration arbeiten.

3 Tipps für eine bessere Konzentration

  1. Zeitfenster – können Sie Ihren Aufwand gut einschätzen?
  2. Ziel – was oder wie soll das Ergebnis sein?
  3. Menge und Umfang dessen, was Sie tun wollen

Diese Tipps sind ganz einfach und in vielen Arbeitsbereichen oder beim Lernen umzusetzen. Es kann sogar sein, dass Sie die eine oder andere Strategie bereits bewusst oder unbewusst einsetzen. Sie können jede der Strategien für sich allein nutzen oder sie miteinander kombinieren. So, wie es für Ihre Aufgaben passt.

1. Laden Sie Ihre Gedanken zu einem Wettbewerb ein!

Mal ganz ehrlich: Können Sie für einen Teil Ihrer Aufgaben angeben, wie viel Zeit Sie für bestimmte Arbeitsschritte benötigen? Im Seminar erlebe ich oft, dass dies vielen Menschen sehr schwer fällt. Oft wird ein sehr großzügiges Zeitfenster für eine Aufgabe eingeplant. Die Überraschung, dass es doch schneller geht als erwartet, ist groß. Was passiert da?

Ein Zeitfenster wird oft als Druck von aussen erlebt. Druck hat man schon genug, also wird dieser als unangenehm empfunden. Aber das ist eine Falle. Wenn Sie sich großzügige Zeitfenster einräumen, gibt das Ihrem Gehirn wiederum Freiräume für Gedankenspaziergänge. Sie wundern sich, dass Sie ständig abschweifen.

Ein Zeitfenster kann eine spannende Herausforderung sein. Schaffe ich es, diesen (vielleicht auch wenig spannenden) Artikel innerhalb von 20 Minuten zu lesen und mir dabei noch die wesentlichen Inhalte zu notieren? So habe ich all meine Aufmerksamkeit auf ein Ziel hin gebündelt und ein gutes Gefühl, wenn ich es in 18 oder auch 22 Minuten geschafft habe.Vor allem bekommen Sie ein ganz anderes Gespür, um Ihre Arbeitsschritte einzuplanen.

Natürlich können Sie auch mal komplett daneben liegen. Aber Sie werden sehen, dass es meistens passt.

2. Ohne Ziel kommen Sie nicht an

Bei Routineaufgaben brauchen Sie den Zielaspekt wahrscheinlich weniger. Aber wenn Sie Informationen filtern wollen, ist es richtig clever. Sie definieren zum Beispiel, was Sie sich merken wollen. Die wichtigsten Kernaussagen des Inhaltes. Oder das, was sich neu ist oder sich geändert hat. Das Ziel kann auch sein, den roten Faden zu definieren.Oder Sie beziehen noch den Blickwinkel Ihres Kollegen mit ein. Auf einmal wird ein dröger Text spannend und Sie wissen auch später noch, was drin stand! Genauso können Sie bei Gesprächen vorgehen und Sie werden merken, dass Sie ganz anders zuhören.

Wenn Sie Ziel und Zeitaspekt noch miteinander kombinieren, haben Sie einen starken Fokus aktiviert.

3. Menge und Umfang

Egal, ob es um das berufliche Lesen geht, oder darum, sich etwas zu merken und zu lernen. Welche Menge wollen Sie in eine Bearbeitungsetappe legen?

Wie viel können Sie auf einen Schwung lesen oder bearbeiten? Was davon (Ziel) wollen Sie sich tatsächlich merken? Oder danach wissen oder an Kollegen weitergeben? Je konkreter Sie in Ihrer Herangehensweise sind, desto besser bündeln Sie Ihre Aufmerksamkeit. Ihr Gehirn ist nur dann überfordert, wenn die Fokussierung unklar oder diffus ist.

Wandernde Gedanken drücken auf die Stimmung

Eine intensive Konzentration über eine oder mehrere Stunden verbraucht richtig Energie, ganz klar. Der Muskel wird müde, die Konzentration lässt nach. Fatal ist, dass Sie das oft gar nicht so schnell merken, dass Sie nicht mehr bei der Sache sind. Ihre Gedanken sind auf Wanderschaft! Wenn Sie das bemerken, holen Sie sie wieder zurück. Das kann nach Sekunden sein oder auch erst nach mehreren Minuten. Sie wissen nicht, was Sie zwischendrin gelesen oder übersehen haben.

Wenn die Gedanken abschweifen und Sie über etwas nachdenken, was war oder was sein kann, neigen wir zu tendenziell zu eher düsteren Gedanken. Entweder denken wir rückwärts in die Vergangenheit oder vorwärts in die Zukunft. Was ja durchaus Sinn macht, in die Zukunft zu planen. Aber Gedanken, die sich selbstständig machen, drücken auf Dauer negativ auf die Stimmung. Wir Menschen sind tatsächlich glücklicher, wenn wir mit ihren Gedanken im Hier und Jetzt sind bzw. wenn bei dem, was wir gerade tun.

Die Aufmerksamkeit wieder zurückholen

Ganz im Hier und Jetzt – das können Sie mit kleinen Achtsamkeitsübungen tun. Für eine Minute lang etwas ganz bewusst tun. Dabei ist Ihre Aufmerksamkeit ganz auf Ihre Sinne gerichtet. Etwa, wenn Sie einen Apfel essen, ihn riechen und schmecken. Oder für eine Minute nur auf die Geräusche der Umgebung hören . Oder Sie atmen eine Minute lang bewusst ein und aus. Sonst nichts. Wenn Sie das tun, wird das Geplapper der Gedanken ruhiger und leiser und verstummt schließlich. Was nicht bedeutet, dass es einfach ist. Es ist so, dass Sie das Hamsterrad ausbremsen.

Denn unser Gehirn braucht in gewissen Abständen durchaus Abwechslung. Viele Menschen setzen Surfen auf dem Smartphone oder am Rechner mit Abwechslung oder Ausruhen gleich. Oder das Checken von WhatsApp-Nachrichten oder auf Facebook oder Videospiele. Ihrer Aufmerksamkeit tun Sie damit überhaupt keinen Gefallen. Es ist eine Zerstreuung, aber keine Erholung.

Ihr Konzentrationsmuskel erholt sich dann, wenn Sie bewusst den Modus wechseln. Von der Fokussierung zu einer breiten Wahrnehmung: von dem Blick durch das Mikroskop zum entspannten Panoramablick über eine Landschaft. Von der Anspannung auf ein Ziel zu einer schweifenden Aufmerksamkeit. So laden Sie Ihre Akkus wieder auf.

In der Natur Akkus aufladen

Bewegung in Wald, Wiese und Natur

Bewegung tut auf jeden Fall gut, etwa ein Spaziergang in der Mittagspause. Dabei ist es ein Unterschied, ob Sie in der Stadt spazieren gehen oder im Wald oder in einem weitläufigen Park. Das Walderlebnis stärkt Ihre Konzentration um etwa 20%! Im Wald haben Sie zwar auch Reize für die Aufmerksamkeit, diese sind aber in einer Art, die das Gehirn gerade mal so aktivieren und beschäftigen. In der Stadt hingegen sind Sie viel mehr gefordert, aufmerksam zu sein: um anderen Menschen auszuweichen, Straßen zu überqueren oder Werbung auszublenden. Bewegung ist zwar gut, aber für die Konzentration ist die in der Natur, so etwa eine Stunde lang, um Längen besser! Danach haben Sie ein Polster für Ihre Konzentrationsfähigkeit angelegt.

Sie können sich nicht immer und bei jeder Gelegenheit in den Wald begeben, auch ein Naturbild im Büro hat eine Wirkung! Ideal, wenn noch Wasser drauf zu sehen ist.

Anregungen zum Aufladen Ihrer Konzentrationsakkus

  • im entspannten Gespräch mit Kollegen oder Freunden, etwa bei der Kaffeepause
  • beim (gemeinsamen) Kochen oder Essen
  • beim Hören von Musik
  • gezielte Entspannung oder Meditation
  • wenn Sie mit Ihrem Hund unterwegs sind oder
  • im kreativen Tun, zum Beispiel beim Malen oder Fotografieren.

Nur noch mal schnell die Mails checken?

Noch eine Kleinigkeit zum Schluss: wichtig ist noch die Dauer des Nicht-Konzentriert-Seins. Wenn Sie nach Hause kommen, mit der Familie zusammen essen und danach noch mit dem Hund (oder auch ohne Hund) rausgehen, kann Ihr Gehirn prima entspannen. Ihr Gehirn ist allerdings kein Turbolader. Es braucht Zeit, zwischen dem Zeitpunkt der Entspannung und dem, in dem die Energie wieder aufgeladen ist. Das ist ähnlich wie beim Essen. Wussten Sie, dass die körpereigene Müllabfuhr idealerweise einen Zeitraum von 16 Stunden des Nicht-Essens und Verdauens braucht, um richtig effektiv zu sein? So ähnlich ist es mit der Aufmerksamkeit. Wenn Sie hier noch ein Häppchen was tun (E-Mails abrufen, einen Bericht durchlesen etc.), dann wird der Regenerationsprozess unterbrochen. Am nächsten Morgen haben Sie nicht die Energie für produktives Arbeiten, die Sie haben könnten!

Sie können viel für Ihre Konzentration tun!

Zum Beispiel mit meinem Fokus-Seminar. Dort erfahren Sie noch mehr über verschiedene Stadien der Konzentration und lernen Strategien kennen, um diese Schritt für Schritt wieder zu stärken. Das Besondere – Sie werden über 5 Wochen bei der Umsetzung unterstützt und begleitet – online. Denn eine starke Konzentration haben Sie nicht von Heute auf Morgen. Bis der Muskel gestärkt ist, dauert es einige Wochen. Ich unterstütze Sie dabei, dass Sie dranbleiben!