Beiträge

Beobachten Sie sich doch selbst einmal: wie ist Ihre Haltung beim (längeren) Sitzen und wie ist Ihre Haltung beim Stehen? Schon nach 20 Minuten Sitzen fangen viele Menschen an, langsam in sich einzusinken. Der Rücken wird rund und runder, der Kopf schiebt sich nach vorne. Die Folgen sind angestrengte Augen und Nackenverspannungen.

Dauerhaftes Sitzen liegt nicht in der Natur des Menschen

Wie viele Stunden am Tag sitzen Sie? Haben Sie das mal gemessen? Da kommen schnell 8, 9 oder mehr Stunden zusammen. Sie wissen bestimmt, dass Sitzen nicht gesundheitsfördernd ist. Stehen schon eher. Wenn Sie einen Tag im Stehen arbeiten würden, verbrauchen Sie ca. 1.300 Kalorien. Im Sitzen sind es gerade mal 300 Kalorien. Im Stehen bewegen Sie sich automatisch mehr. Das verändert die Atmung, dadurch erhöht sich die Gehirnleistung und Sie arbeiten konzentrierter. Im Sitzen ist Ihre Atmung haltungsbedingt flacher. Viel schlimmer ist das, was auf Dauer passiert: Sie knicken ein, der Rücken wird runder und der Brustkorb wird samt Ihrem Zwerchfell eingeklemmt. Diese flache Atmung bedeutet für den Körper ein Stresssignal – als Folge werden Stresshormone ausgeschüttet, selbst wenn Sie noch gar keinen Stress haben! (Quelle: Kelly Starrett „Sitzen ist das neue Rauchen“).

Bekommen Sie jetzt kalte Füße?

Ja, auch das ist eine Folge von zu vielem und zu langem Sitzen. Durch die geringe Durchblutung werden die Gefäße schlechter versorgt. Das beginnt bei den Füßen, weiter über die Beine zum Herzen und von da bis zum Gehirn. Dazu gehören auch die Augen, die weniger gut versorgt werden, dabei haben die besonders viel zu tun!

Nehmen Sie sich Zeit für kleine Pausen!

Nehmen Sie sich Zeit für Pausen – das Ergebnis sind weniger Fehler, eine bessere Konzentration und eine positivere Stimmung. Schon ein bisschen Bewegung wirkt sich positiv auf Ihre Stimmung aus! Ausserdem werden Denkblockaden aufgelöst und Ihre Kreativität kommt in Schwung.

5 Tipps, die Sie heute noch umsetzen können

  1. Augenpause: Gönnen Sie Ihren Augen eine kleine Pause, indem Sie sie schließen und Ihre Atemzüge zählen. Beim Einatmen können Sie sich innerlich sagen „Wache Augen““, beim Ausatmen „Klarer Blick“. Zehn bis 15 Atemzüge lang.
  2. Gesicht und Kiefer: Lockern Sie Ihren Kiefer mit einem imaginären Kaugummikauen. Schieben Sie Ihren Unterkiefer nach rechts und halten Sie ihn dort für ein paar Momente. Dann geht es nach links. Sie können Ihren Kiefer noch nach vorne schieben. Mit großer Wahrscheinlichkeit macht sich bald ein Gähnimpuls bemerkbar – die Lockerung ist angekommen!
  3. Schulterlockerung: Sie sitzen oder stehen gerade. Beim Einatmen ziehen Sie eine Schulter nach oben in Richtung Ohrläppchen. Mit dem Ausatmen lassen Sie die Schulter wieder entspannt sinken. 3-5 mal, nach wechseln Sie zur anderen Seite.
  4. Bauchtraining: Sie sitzen aufrecht, die Füße stehen Hüftbreit auf dem Boden. Die Hände liegen auf dem Tisch. Sie heben ein Bein einige Zentimeter vom Boden hoch und halten es für etwa 5 Sekunden. Sie wechseln zum anderen Bein und wiederholen das 10mal.
  5. Koordinationstraining: Stehen Sie gerade? Geht das auch auf einem Bein? Das andere ist frei und beschreibt kleine Kreise und liegende Achter. Das andere Bein will das auch, gleichzeitig tun Sie etwas für Ihr Gleichgewicht.

Aufrecht und entspannt am Bildschirm

Sie vergessen ständig, dass Sie Pausen machen wollen? Sie können sich einen Timer stellen. Oder Sie kombinieren Pausen mit dem Weg zum Kaffee holen oder mit dem Gang zum Kopierer/ Drucker. Sie können sich vorher überlegen, wann es für Sie Sinn macht, eine Pause einzulegen: „Nach einem Meeting mache ich erstmal eine Pause:“ Oder: „Wenn ich Arbeitsvorgang xy beendet habe, richte ich mich erst mal zu meiner vollen Größe auf und bringe Abwechslung in meine Haltung!“. Was ist Ihr „Wenn…dann…Prinzip?“ Mehr Ideen und Anregungen in meinem Seminar Augentraining. 

Da geht noch mehr –  jeden Tag!

  • Wenn der Weg zur Arbeit wegfällt, weil Sie im Home-Office sind, gehen Sie trotzdem einmal um den berühmten Block. Nach Feierabend hilft es Ihnen, sich von der Arbeit zu verabschieden.
  • Wenn Sie einen Arbeitsweg haben – parken Sie mal weiter weg oder steigen Sie eine Haltestelle früher aus.
  • Gibt es Treppen in Ihrem Umfeld? Super – nutzen Sie jede Treppe statt Fahrstuhl oder Rolltreppe. Treppen rauf oder runter, das ist ein einfaches und sehr wirkungsvolles Fitnessprogramm. Salmen Sie Treppenstufen!
  • Verabreden Sie sich für ein Steh-Meeting. Das geht natürlich auch im Home-Office. Wenn alle Beteiligten dabei stehen, dauert es bestimmt nicht so lange, als wenn alle dabei sitzen.
  • Zählen Sie Ihre Schritte? Prima, dann werden Sie schnell feststellen, wie es Ihnen geht, wenn Sie statt 700 oder 800 Schritten 5.000 oder 7.000 Schritte zurücklegen. Das hört sich jetzt ziemlich viel an, ist aber schnell erreicht, wenn Sie mehr Bewegung – auch draussen – in Ihren Alltag bringen.

Bleiben Sie zuversichtlich und gesund!

Ob Sie vom Home-Office aus arbeiten oder wie gewohnt im Büro – dabei wach und zuversichtlich zu sein, ist die beste Voraussetzung. Im Frühjahr dachten und hofften noch viele, dass wir uns in einem Sprint der Veränderungen befinden. Inzwischen ist klar, das wird ein Marathon. Niemand weiß, wie viel Ausdauer nötig sein wird. Keiner kann in die Zukunft schauen. Doch ein gutes Durchhaltevermögen ist sicherlich hilfreich,  um nicht aus der Puste zu kommen.

Durchhaltevermögen habe ich letzte Woche auch gebraucht. 4 Tage lang war ich auf einer Online-Konferenz, in der es um Mentales Stärken ging (http://www.mentales-staerken.de). Ursprünglich natürlich als Vor-Ort geplant, aber wie so vieles wurde diese Veranstaltung zum Glück gerettet, indem sie online durchgeführt wurde.

Immer wieder wurde angesprochen,  dass viele Menschen verunsichert sind. Ganz klar und vollkommen verständlich. Doch je mehr der Blick auf die Probleme fixiert ist, geht dabei viel Energie verloren. Energie, die zum Handeln fehlt. Denn, so beschrieb es Manfred Wagner vom Klinikum Fürth in seinem Vortrag, „Es ist kein Problem, wenn es jemandem schlecht geht“, die entscheidende Frage ist: „Wie gehe ich damit um?“ Hier finden Sie den gesamten Vortrag von Manfred Wagner zu Führung in herausfordernden Zeiten.

Raus aus dem Tunnelblick

Im Stressmodus rutschen die Gedanken schnell in einen Tunnelblick. Unser Gehirn ist sowieso eher auf die Wahrnehmung des Negativen eingestellt. Alles, was eine Gefahr sein könnte, wird schneller und stärker wahrgenommen. Logisch, denn es geht immer darum, das Überleben des Gehirnbesitzers zu sichern. Und das sind Sie.

Damit Sie leichter wieder aus dem Tunnel heraus – oder gar nicht hinein geraten – stärken Sie gezielt Ihre Ressourcen. Indem Sie zum Beispiel kleine positive Erlebnisse oder erfreuliche Augenblicke in Ihrem Alltag suchen. Am besten multiplizieren Sie diese. Ein schöner Augenblick öffnet die Augen für den nächsten. So gelingt es Ihnen leichter, klar zu denken und Ihre Gedanken aus dem Tunnel heraus umzulenken.

Zum Glück erleben wir den Lockdown nicht zum ersten Mal. Wir alle haben im Frühjahr bereits Erfahrungen gesammelt. Davon können Sie jetzt profitieren:

  • Was haben Sie zu der Zeit neu ausprobiert?
  • Haben Sie dabei etwas Neues für sich entdeckt?
  • Was ist Ihnen gelungen und hat Sie zuversichtlich gemacht?

Das gilt jetzt wieder: die positiven und stärkenden Erlebnisse verdienen jetzt erst recht mehr Aufmerksamkeit. Das ist Ihr Energiereservoir, genau das brauchen wir jetzt und in den nächsten Wochen. Zuversicht ist keine Selbstverständlichkeit. Aber Sie können sie trainieren. Resilienz ist eine Möglichkeit.

7 Tipps für mentale und körperliche Ausdauer

Zuversichtlich gestärkt aus dem Online-Kongress habe ich heute 7 Tipps für Sie:

  1. Wenn Sie im Home-Office arbeiten – schaffen Sie grundsätzlich eine feste Tagesstruktur. Das gibt Ihnen einen Rahmen und Ihrem Gehirn die Sicherheit, was als Nächstes kommt. Ausserdem spart es Energie, die können Sie nutzen, um schöne Dinge aufzuspüren!
  2. Bewegen Sie sich! Unser Körper ist für die Bewegung gemacht, nicht für das Sitzen! Bauen Sie gezielt Bewegungsabwechslungen ein. Erst recht, wenn Sie müde werden, gefrustet sind oder sich geärgert haben. Bauen Sie die Stresshormone und die schlechte Stimmung durch Bewegung ab – idealerweise draußen. Selbst 10 Minuten wirken Wunder! Mehr zur Bewegung im nächsten Newsletter!
  3. Haben Sie Ihre Augen wieder viel zu lange vor dem Bildschirm eingeparkt? Höchste Zeit, mal auszuparken und eine Runde zu drehen. Zum Beispiel mit einem entspannten Blick aus dem Fenster in verschiedene Entfernungen. Hier finden Sie weitere Anregungen Ihre Augen freuen sich jetzt über eine kleine Abwechslung!
  4. Wenn das Gedankenkarussell immer wieder neu einsetzt – sichern Sie sich gezielte Grübelzeiten. Zum Beispiel von 17.45 Uhr bis 18.00 Uhr. Dann dürfen Sie grübeln, aber nur so lange wie festgelegt. Das hilft Ihnen, Ihre Gedanken immer wieder neu zu justieren.
  5. Nutzen Sie Medien gezielt und ganz bewusst. Nur wenige Berufe brauchen stündlich aktuelle News oder jeden Tag Sondersendungen.
  6. Viel wichtiger ist, dass Sie Zeit für soziale Kontakte haben. Welche Kontakte tun Ihnen gut und bauen Sie auf? Neigen Sie dazu, immer wieder zu den gleichen Themen zu sprechen – was gerade alles nicht geht? Vereinbaren Sie eine Zeit, in der Sie dieses Virus ausklammern.
  7. Praktizieren Sie Entspannung und Achtsamkeit. Das kann damit beginnen, dass Sie bewusst Ihre Körperhaltung wahrnehmen. Wo spüren Sie Anspannung und an welchen Stellen fühlt es sich angenehm oder leicht an? Oder geniessen Sie Ihr Essen ganz bewusst – zumindest für eine Weile. Oder fokussieren Sie sich auf  Ihren Atem und nehmen Sie ihn bewusst wahr. Zu Beginn mal für eine Minute. Es ist normal, dass Ihnen dabei viele Gedanken durch den Kopf gehen. Auch Entspannung braucht Übung, genau wie ein Muskel.

Was spricht Sie spontan an?

Etwas, was in Vergessenheit geraten ist oder ein Tipp, der Sie dabei unterstützt, einen langen Atem zu haben?

Bestimmt haben Sie eigene Unterstützungsideen für die nächsten Wochen – schreiben Sie mir Ihre Gedanken dazu. Ebenso freue ich mich, wenn Sie für ein bestimmtes Thema weitere Anregungen wünschen!

Bleiben Sie zuversichtlich und gesund!

Letzte Woche beim Einkaufen hat es der Kassierer auf den Punkt gebracht: ‚Naja‘, meinte er. Es läuft alles, fast wie immer. Aber die Stimmung ist nicht so wie früher, sondern gedrückt.“ So ist es. Vielleicht haben Sie das auch an sich selbst beobachtet. Die Einkäufe werden schnell erledigt (mit Maske fühlt es sich zudem noch sehr ungewohnt an), jeder geht seine Wege. Später habe ich ganz bewusst jeweils beim Einkaufen auf die Stimmung im jeweiligen Laden geachtet. Eine Stimmung wie im Schwebezustand, verhalten, ruhig, aber auch mit dem Fokus auf Abstand. Erst langsam finden – ebenfalls mit Abstand – wieder vermehrt Gespräche statt, wenn man Bekannten auf der Straße begegnet.

‚Wenn das Wasser bis zum Hals steht: Nie den Kopf hängen lassen!‘

Dieser Satz ist ein Arbeitstitel von Bernhard Trenkle, für ein Symposium des Kongresses „Mentales Stärken“, der hoffentlich im November stattfinden kann. Mentale Stärke, hilfreiche Gedanken, das ist das, was jetzt dran ist. Es macht einen Riesenunterschied, ob es um Veränderungen geht, die Sie selbst wollen – wenn Sie ein Fest planen, einen anderen Job suchen oder eine neue Wohnung suchen. Oder ob es Veränderungen sind, die von aussen kommen. Um die Sie einfach nicht herumkommen. Aktuell ist der gesamte Globus von einem Virus betroffen, der noch nicht einmal mit blossem Auge sichtbar ist.

Worauf kommt es jetzt an? Auf ein Miteinander, gegenseitiges Verständnis, um gemeinsam neue Wege des Zusammenlebens und einen Umgang mit dieser Situation zu finden. Genau das ist notwendig, denn diese Situation wird uns noch eine ganze Weile begleiten. Von der Akut-Bewältigung begeben wir uns auf die Langstrecke. 

Ich brauche was Motivierendes!

In den ersten Wochen dieser Ausnahmesituation steckte ich selbst auch erstmal in einer gewissen Schockstarre mit einem emotionalen Auf und Ab. Kein so angenehmer Zustand, aber für die Verarbeitung dieser Ausnahmesituation ein ganz normaler Verarbeitungsprozess. Was hilft, ist innehalten und wahrnehmen, was ist. 

„Ich brauche was Motivierendes!“ Genau das habe ich in den darauffolgenden Wochen oft von Kunden gehört. „Wenn Menschen mit Nachrichten und sozialen Medien alleine sind, kommt Unsicherheit auf“, so Bodo Jansen von der Hotelkette Upstalboom. Die Stimmung geht schnell in den Keller. Das haben Sie bestimmt auch an sich selbst erlebt. Wir nehmen das Negative – also das potenziell Bedrohliche – etwa 4x stärker wahr als das, was positiv ist. Demzufolge brauchen wir tatsächlich etwas, was immer wieder neu motiviert, stärkt und die Gedanken erneuert. Das bestätigt auch Karsten Helbig von gauditours: ‚Ich schütte kein Benzin in die Angst, ich will keine Nachrichten hören, sondern ich suche nach Positivem!‘ Über beide werden Sie weiter unten noch mehr lesen.

Und eine Zukunftsperspektive!

Diese Pandemie wird die Gesellschaft verändern. Die Weichen dazu werden jetzt gestellt und jeder Einzelne, also Sie und ich, können die Richtung mit beeinflussen. Eine Veränderung beginnt immer im Kleinen, also bei uns selbst. Die Zeitschrift „IMPULSE“ hat dazu eine Reihe ins Leben gerufen, in der Unternehmer berichten, dass genau jetzt die Zeit ist, neue Zukunftsperspektiven zu wagen und sie umzusetzen. Auch wenn Sie selbst kein Unternehmer sind – es lohnt sich, über diese Perspektivwechsel zu lesen und sich von der Kreativität inspirieren zu lassen. 

Bei einigen dieser Online-Veranstaltungen war ich mit dabei und fasse Ihnen hier die wesentlichen Gedanken als Anregung zusammen. Den Interviewteil dieser Reihe können Sie als Podcast hören: www.Impulse.de/podcast.

Rettende Ideen

1. „Das hat eine Kraft, die ich selbst nicht erwartet habe.“ Claudia Bähr

Jeder erlebt diese Zeit anders. Viele Menschen sind verunsichert und erleben eine diffuse Angst. Wir verfügen über keine Vorerfahrungen und haben keine Strategien, was diese Pandemie betrifft. 

„Jeder“, sagte Claudia Bähr, Positionsexpertin und Chefin von cb-friends, „lässt den Kopf hängen.“ Es wird nur noch über dieses Virus berichtet. Das engt den Blick ein und blockiert das Denken. Selbstverständlich – Gesundheit ist so wichtig wie nie zuvor.

Aber ihr war klar: „Ich brauche was Motivierendes!“ Und so hat sie die 5-Tage-Motivation für ihr Team entwickelt. Ziel war, sich mit dem Team auszutauschen, die Ängste und Sorgen anzusprechen und zu verstehen. Im nächsten Schritt geht es darum, die Zukunft zu gestalten.

Diese 5-Tage-Motivation können Sie sich auf der Webseite von cb-friends als Anregung oder Anleitung herunterladen. 

  1. Tag – Chancen erkennen – verrücktes Denken zulassen
  2. Tag – Ängste ansehen und verstehen – was hindert, was blockiert?
  3. Tag – Verhalten verstehen „Warum ticke ich so, wie ich bin?“
  4. Tag – ein Bild von der Weihnachtsfeier 2020: „Was haben wir dazugelernt? Was haben wir neu entwickelt? Was habe ich dazu beigetragen?“
  5. Tag – Jeder im Team hat das für sich noch einmal zusammengefasst

In den 5 Tagen wurde ein gemeinsames Verständnis für alle erreicht. Jeder geht anders mit der Unsicherheit und der Unplanbarkeit um. Der eine wird aktiv, der eine blockt ab, der dritte friert ein. Es gibt jetzt vor allem eine ganz andere Ehrlichkeit untereinander, so Claudia Bähr. Ihr persönliches Learning daraus: „Das hat eine Kraft, die ich selbst nicht erwartet habe.“ Unter diesen Voraussetzung ist ein Neustart mit neuen Ideen möglich. 

Hier der Link zur Mutmach-Anleitung https://transformation.cb-friends.de/5-tage-corona-motivation/

2. Der eigenen Zuversicht Raum geben – Bodo Janssen

Als Hotelier hat Bodo Janssen, Chef der Upstalboom Hotels, innerhalb von 48 Stunden alle Hotels schliessen müssen. Von 100% Aktion runter auf 0% Nichtstun. Auch hier ist die Kommunikation mit den Mitarbeitern essentiell. Wie in vielen anderen Unternehmen auch läuft diese aktuell überwiegend als Video-Konferenz.

Das Besondere an Bodo Janssen ist seine Klarheit und sein Führungsstil. Diese gründet auf einem Kulturwandel des Unternehmens, der sich nach einer ernüchternden Kritik als Ergebnis einer Mitarbeiterbefragung vor 10 Jahren als dringend notwendig erwies. Daraufhin ging er regelmäßig ins Kloster zu Anselm Grün, um neue Sichtweisen zu erproben. Das Ergebnis ist ‚Der Upstalboom Weg‘, https://www.der-upstalsboom-weg.de/,der seitdem immer weiter entwickelt wird. Dabei spielen Erkenntnisse aus der positiven Psychologie eine wichtige Rolle.

Neu in diesem Jahr ist eine Ausbildung, die er speziell seinen Führungskräften anbietet: die zur Logotherapie. Sie gründet auf Viktor Frankl, einem österreichischer Neurologen und Psychiater. Ihn prägte der Satz „Ich kann frei entscheiden, wie ich die Situation sehe.“ Denn diese Entscheidung haben Sie immer. Viktor Frankl hat das mit der Frage verbunden, was im Moment sinnvoll erscheint. Wenn

Blickwinkel verändern

 Menschen einen Sinn in dem sehen, was sie tun, sind sie motiviert.

Auch Bodo Janssen ist überzeugt, dass es ist „Kraft der Gedanken ist, die uns befreit – oder auch nicht.“ Natürlich ist es ebenso wichtig, die Emotionen zu durchleben, die jetzt da sind. Doch Angst, sagt er, ist gierig. Stattdessen fragt er sich: ‚Worauf kommt es jetzt wirklich an? Was ist die sinnvollste Möglichkeit in dieser Situation? Was kann ich beeinflussen?‘ Hinzu kommt die Akzeptanz. Anzuerkennen, was im Augenblick ist. Loslassen, was war.

Wie es weitergeht, ist noch unklar. Doch er vertraut auf den Ideenreichtum seiner Mitarbeiter, wie die Maßgaben zu erfüllen sind, um die Gäste zu schützen und Ihnen Erholung zu ermöglichen. Wenn die Hotels und Ferienhäuser wieder öffnen dürfen.

Trotzdem, so Bodo Janssen, es ist ein Abenteuer, von dem wir nicht wissen, wie es enden wird. Dabei geht es um ‚Solidarität und Gemeinschaft, denn der Einzelne kann nur verlieren‘. Demut ist für ihn die Fähigkeit, anzuerkennen, dass wir von anderen abhängig sind.

3. Was die Menschen jetzt brauchen: Happiness! 

Auch bei Karsten Helbig von https://gauditours.de/ brachen die Aufträge innerhalb von wenigen Tagen komplett weg. Über Monate im Voraus. Das Telefon klingelte ständig, es kam eine Absage nach der anderen. Schnell hat er für sich erkannt, dass das aktuelle Konzept jetzt keine Zukunft mehr hat – also „muss ich was Neues machen!“ Wenn das, was man anbietet, jetzt nicht gefragt ist, sagt Karsten Helbig, muss man ehrlich sein… und umsteuern. Deswegen ging der zur Bank mit einem konkreten Plan, um in die Zukunft zu investieren. „Ich möchte was Neues machen. Einen Happiness-Park.“ Denn das ist das, was die Menschen jetzt brauchen: Mut und Zuversicht.

Um aus negativen Gedankenschleifen rauszukommen, empfiehlt er, regelmäßig rauszugehen und das wahrzunehmen, was gerade ist. Rein in die unmittelbare Gegenwart: einen Baum anschauen. Zu sehen, was alles blüht und wächst.

Das Wichtigste sind für ihn jetzt klare Gedanken, den Blick auf die Chancen richten, auf das Positive. „Machen Sie das“, sagt er, „was Sie schon immer tun wollten.“

4. In der veränderten Situation steckt soviel Potenzial!

So ähnlich ging es auch Gregor Demmer, Gründer des Reiseportals EURESAreisen. Das ist einer der größten Akteure im deutschen Kreuzfahrtvertrieb und wurde ebenfalls heftig ausgebremst. Und nun? ‚Wie‘, fragte sich Gregor Demmer, ‚bekommen wir es jetzt hin, für unsere Kunden da zu sein?‘

Nach einem Wochenende voller Grübeln ist er zusammen mit seinem Partner auf eine Lösung gekommen: ‚Jede Reise beginnt im Kopf! Das probieren wir jetzt virtuell. Dahin, wo die Reise jetzt hingehen könnte!‘ Die Idee wurde innerhalb weniger Tage geplant und schon auf einer Webseite umgesetzt. Der Kerngedanke ist der, dass die Reisenden eigene Sehnsuchtsziele mit Kommentar vorstellen können. Anhand der Reiserouten, die die Kunden gemacht hätten, entstand eine Fotoserie. Dazu wurden Kunden, die schon dort waren, eingeladen, ihre Fotos einzustellen: https://www.wegtraeumen.de/kennenlernen. Virtuelle Reisende können sich so mit anderen Reisenden austauschen oder sich einfach schon mal an den Urlaubsort hinträumen.

Sein Tipp: Jetzt ist es wichtig, in einen anderen Modus umzuschalten. Das Alte liegen lassen, akzeptieren, dass etwas vorbei ist. In der veränderten Situation steckt soviel Potenzial, es wird weiter gehen. Proaktiv und offen. Denn wenn das Alte nicht mehr funktioniert, muss man neu starten. Er empfiehlt, die Energie, die gerade in der Luft ist, zu nutzen!

Anerkennen, was war. Innehalten. Durchatmen und was Neues wagen!

Was diese Menschen eint, das ist eine transparente Kommunikation und der wertschätzende Umgang mit den Mitarbeitern. Das Anerkennen von Unsicherheit und Ängsten. Das ist im Umgang mit sich selbst genauso wichtig und notwendig wie im Gespräch mit anderen. 

Loslassen, durchatmen und weitermachen

Darauf folgt das ‚freundliche Umlenken‘ der Gedanken auf das, was jetzt möglich ist. Der Mut, in neue und möglicherweise schräge Blickwinkel auszutesten. Wie kann die Zukunft aussehen? Das Vertrauen zu haben, dass es eine Lösung gibt. Haben Sie Mut, etwas Neues und Unbekanntes auszuprobieren.

In diesen Gesprächen sind immer wieder die Resilienzfaktoren sichtbar geworden. Ob es die Zuversicht ist und das Denken in Hinblick auf eine Lösung. Oder die Akzeptanz dessen, was sich nicht verändern lässt. Der Blick in die Zukunft gehört ebenso zu den Resilienzfaktoren, verbunden mit dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – die Selbstwirksamkeit.

Was jetzt noch fehlt, ist die Verbundenheit und Unterstützung durch andere Menschen. Die Familie, Freunde, die Kollegen und viele andere Menschen, denen Sie begegnen. Es ist die passende Zeit, die eigenen Resilienzfaktoren nähe anzuschauen. Welche brauchen jetzt eine Stärkung?

Dann, wenn ich mal Zeit habe…

Letzte Woche hörte ich noch ein Interview mit Prof. Dr. Hartmut Rosa, Soziologe und Zeitforscher. Eine gute Abrundung dieses Artikels, denn vieles, was die Unternehmer für sich erkannt haben, hat er aus wiederum einem anderen Blickwinkel bestätigt.

Rosa sagt, mit Corona erleben wir die radikalste Entschleunigung seit 200 Jahren. Zumindest physisch. Vom ständigen unterwegs sein, gehetzt von einem Termin zum nächsten zum absoluten Stillstand. Mit einer Ausnahme: im digitalen Bereich geht es weiterhin immer schneller.

Was macht das Virus mit uns? Es löst Angst aus und was den meisten Menschen richtig schwer fällt, das ist der Umgang mit Kontrollverlust. Wir messen fast alles – ob es die Schritte sind, die Schlafqualität, die Anzahl der Kalorien und die Zeit, die wir mal wieder im Stau gestanden sind oder auf die Bahn gewartet haben. Deswegen schauen viele gebannt auf die Zahlen vom RKI.

Das alles vermittelt das Gefühl, „es“ im Griff zu haben. Doch mit dem Virus gibt es noch keinerlei Erfahrungen, ganz im Gegensatz zum Straßenverkehr (auch da sterben Menschen), aber wir sind überzeugt, das alles einschätzen zu können.

Das Fazit von Hartmut Rosa ist, dass er „nicht mehr so viele Dinge in die Zukunft verschieben will.“ Wir bewahren uns die schönen Dinge im Leben für irgendwann auf, meint er. ‚Das mache ich, wenn ich mal richtig Zeit habe!‘ sagen viele. Bestimmt haben Sie sich selbst auch schon solche Sätze sagen hören. Und das Verrückte ist, so Rosa, „dass die Dinge, die wir eigentlich tun wollten (wenn wir Zeit haben), vielleicht gar nicht die besten für uns sind“. Weil sie doch nicht erfüllend sind, Spass machen, sondern richtig langweilig oder öde sind.

Das komplette Interview finden Sie hier.

Alles wird gut

Viele Menschen fühlen sich im Hamsterrad gefangen. Immer schneller, mehr, weiter und höher. Dabei bleibt auf der Strecke, was ein gelingendes Leben tatsächlich ausmacht. Ist es die möglichst hohe Anzahl der Lebensjahre? Wenn diese aktuell besondere Zeit einen Sinn hat, dann vielleicht den, in der Entschleunigung Zeit zum Reflektieren zu haben. Illusionen zu erkennen. Sich neugierig auf die Suche nach dem machen, was einen Sinn ergibt. Das könnte spannend werden!

Was auch immer sich dabei an Ideen und Erkenntnissen entwickelt, bleiben Sie auf jeden Fall zuversichtlich. Denn es gibt ein ‚Danach‘ und Sie gestalten es mit.

Wie kann ich Sie in Ihrem Alltag dabei unterstützen, mutig Neues auszuprobieren?

Lassen Sie uns doch darüber sprechen. Rufen Sie mich unter (0721) 75 33 61 an oder senden Sie mir eine Mail!

Bleiben Sie gesund und mit anderen verbunden!